Abgehörte Kriegsgefangene: Wie die Amerikaner deutsche Soldaten belauschten - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 15 / 32

Abgehörte deutsche Kriegsgefangene »Wo ist hier ein eingebautes Mikrofon?« – »Du spinnst ja, Märchen«

Der US-Nachrichtendienst belauschte im Geheimlager Fort Hunt Tausende deutsche Kriegsgefangene. Sie berichteten 1945, was sie an der Front erlebten – und wie viel sie vom Massenmord an den europäischen Juden wussten.
• aus SPIEGEL Geschichte 3/2022
US-Lager: Der Blick in die Baracke eines Kriegsgefangenenlagers im Südosten der USA zeigt die Lebensbedingungen der Männer dort (1944)
US-Lager: Der Blick in die Baracke eines Kriegsgefangenenlagers im Südosten der USA zeigt die Lebensbedingungen der Männer dort (1944)

US-Lager: Der Blick in die Baracke eines Kriegsgefangenenlagers im Südosten der USA zeigt die Lebensbedingungen der Männer dort (1944)

Foto:

akg images

Es ist der 30. April 1945, kurz vor Kriegsende, der Tag, an dem sich in Berlin Adolf Hitler das Leben nimmt. Doch davon weiß Hauptmann Siegfried Käss noch nichts. Er sitzt als Kriegsgefangener in den USA und blickt zurück auf seinen Einsatz in Hitlers Russlandfeldzug.

Die »Ausmerzung der Juden«, so erzählt Käss seinem Zellengenossen Mewes, die habe er schon früh gesehen: Da habe es ein Plakat gegeben, dass die Juden übergesiedelt werden sollten. »Dann sind sie an uns vorübergezogen, Hals über Kopf, es sind so etwa 40.000 gewesen in Charkow«, schildert Käss.

SPIEGEL GESCHICHTE 3/2022

Kriegsgefangenschaft: Die vergessenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs – wie das Trauma bis heute nachwirkt

Hunger, harte Arbeit und Todesangst dominierten den Haftalltag der etwa 35 Millionen Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg, unter ihnen mehr als elf Millionen Deutsche. Die letzten kehrten erst Mitte der Fünfzigerjahre heim – oftmals gebrochen an Körper und Seele. Die aktuelle Ausgabe von SPIEGEL GESCHICHTE erzählt, warum ihre Traumata in den Familien bis heute nachhallen, welche Qualen Inhaftierte in deutschen Lagern durchlitten, wie intensiv sich die noch junge Bundesrepublik für verurteilte Kriegsverbrecher einsetzte.

Inhaltsverzeichnis

Jetzt online bestellen, und das Heft wird zu Ihnen nach Hause geschickt!

Bei Amazon bestellen 

Bei MyKiosk finden 

SPIEGEL GESCHICHTE im Abo

»Und dann haben unter Aufsicht von uns, von Leuten unseres Bataillons, Russen von Charkow riesige Löcher graben müssen.« Der Landser folgert richtig: »Also, der Zusammenhang war klar. Mehr habe ich nicht erfahren, aber es war mir klar, wie die Sache verläuft dann. Und da hat es mir den ersten ganz schweren Schock gegeben. Das war 41.«

Diesen Artikel weiterlesen mit SPIEGEL+

Sie haben bereits ein Digital-Abo? Zum Login

SPIEGEL plus Nur für Neukunden
Freier Zugriff auf alle S+-Artikel auf SPIEGEL.de und in der App
Wöchentlich die digitale Ausgabe des SPIEGEL inkl. E-Paper (PDF), Digital-Archiv und S+-Newsletter
Jederzeit kündigen
SPIEGEL plus 52 Wochen 31 % sparen
Freier Zugriff auf alle S+-Artikel auf SPIEGEL.de und in der App
Wöchentlich die digitale Ausgabe des SPIEGEL inkl. E-Paper (PDF), Digital-Archiv und S+-Newsletter
52 Wochen rabattierte Laufzeit

Sie haben bereits ein Print-Abo? Hier rabattiert Digital-Zugang bestellen

Zur Ausgabe
Artikel 15 / 32