Prinz Felix zu Salm-Salm stand allen zahlungswilligen Ländern stets zu Diensten (Foto um 1865).
Foto:Library of Congress
Ausgewanderte Militärs Gestatten, Prinz Felix zu Salm-Salm, Edelsöldner
Die Situation im mexikanischen Querétaro war aussichtslos: Die Stadt gefallen, der Krieg verloren, der Kaiser tot – und er selbst würde es auch bald sein. 75 Tage lang hatte Felix zu Salm-Salm mit den anderen Soldaten der imperialen Armee der republikanischen Übermacht widerstanden, bis die Belagerer das Bollwerk eingenommen und die Armeeführer verhaftet hatten. Jetzt, am 17. Juli 1867, saß er in einer Gefängniszelle und wartete auf sein Todesurteil. Es konnte jeden Augenblick verkündet werden.
Ein deutscher Prinz aus Preußen in den Diensten eines Habsburgers, angeklagt in Mittelamerika vor einem bürgerlichen Gericht – wie war es dazu gekommen?
Die Profis des Krieges
Das Söldnertum, heißt es, sei das zweitälteste Gewerbe der Welt. Wo wurzelt es historisch? Und erleben wir gerade eine Renaissance der Militärunternehmen?
In dieser Ausgabe erfahren Sie alles über Mietkrieger von der Antike bis heute, von Wallenstein bis zur Wagner-Gruppe.
Geboren worden war Felix Constantin Alexander Johann Nepomuk zu Salm-Salm 1828. Wie viele Adlige seiner Zeit hatte er als junger Mann eine Offizierslaufbahn beim preußischen Militär eingeschlagen. Einst hatte seine Familie zu den Privilegierten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehört. Doch nach dem Wiener Kongress 1815 hatte ihr Fürstentum in Westfalen seine Eigenständigkeit verloren und war im Königreich Preußen aufgegangen.
In der königlichen Armee kämpfte der schlanke, dunkelhaarige Mann mit dem Schnauzbart 1849 gegen die Dänen. Er fiel durch Unerschrockenheit und Draufgängertum auf – nicht immer zu seinem Vorteil. So ließ er sich durch »unüberlegte Tapferkeit«, wie es ein Biograf später formulierte, auf einen Kampf mit »einer Übermacht feindlicher Dragoner« ein und wurde schwer am Ellbogen verwundet.