Die »Tercio Gran Capitán No. 1« steht stramm, Augen zu, Kinn hoch. 1987 konnte der Fotograf Benito Barajas die Eliteeinheit im nordafrikanischen Melilla besuchen. »Fallen Ihnen die offenen Hemden auf?«, fragt er, »nur Legionäre dürfen so beim Appell antreten!« Obwohl sie heute Teil der Streitkräfte sind.
Foto:Benito Barajas
Deutsche Söldner in Spanien Die Legion der Sonderbaren
Die Eimsbüttelerstraße 34 in Hamburg war Mitte der Zwanzigerjahre eine beliebte Adresse bei jungen Männern. An der Fassade des Hauses hing ein Schild mit der Aufschrift »Amoros Polster-Möbel pp.«. Doch es war nicht die Suche nach Sitzgarnituren, die dem Ort reichlich Zulauf bescherte.
Hier hatte ein Angestellter des spanischen Generalkonsulats in seiner Privatwohnung ein »Auskunftsbüro« der besonderen Art eingerichtet. Den zumeist arbeitslosen Männern, die zu i Cirilo Amoros y Manglano kamen, schilderte er die Zukunft in verlockenden Farben. Fernab vom düsteren Hamburg, im sonnendurchfluteten Afrika, sollten die Männer im Einsatz für die spanische Krone Geld verdienen und attraktive Posten besetzen.
Die Profis des Krieges
Das Söldnertum, heißt es, sei das zweitälteste Gewerbe der Welt. Wo wurzelt es historisch? Und erleben wir gerade eine Renaissance der Militärunternehmen?
In dieser Ausgabe erfahren Sie alles über Mietkrieger von der Antike bis heute, von Wallenstein bis zur Wagner-Gruppe.
Daheim im Deutschland der Weimarer Republik mochten diese abgerissenen Burschen ein Niemand sein. In Marokko aber, so das Versprechen, würden sie etwa als Mitglieder der Kolonialpolizei höchste Autorität genießen. Die gelegentliche Frage, ob es sich dabei um einen Einsatz für eine Fremdenlegion handele und sie als Rekruten kämpfen müssten, wehrte Amoros stets entschieden ab: »In Spanien nix Legion.«