CHRONIK 1618-1711 EUROPA IN FAMILIENHAND
1618-1648
Der Dreißigjährige Krieg verwüstet Mitteleuropa. Generalissimus Albrecht von Wallenstein stellt dem Kaiser ein eigenes Heer; nach vielen Siegen Herr des nördlichen Mitteleuropa geworden, verliert der Feldherr 1634 endgültig seinen Posten und wird auf Geheiß des Kaisers ermordet.
1621-1665
Philipp IV. regiert in Spanien. Er versucht den Niedergang der Macht aufzuhalten, muss aber Rückschläge hinnehmen: 1628 kapern die Niederländer eine spanische Silberflotte, 1635 erklärt Frankreich Spanien den Krieg, 1640 erklärt sich Portugal für unabhängig.
1631
Ferdinand von Österreich heiratet Maria Anna von Spanien - eine weitere der vielen, meist prunkvoll gefeierten Eheschließungen zwischen den beiden habsburgischen Linien.
1637-1657
Kaiser Ferdinand III., hochgebildet und äußerst kunstsinnig (er komponiert selbst), befriedet das Reich.
1643-1715
König Ludwig XIV. regiert in Frankreich. Er ist seit 1660 mit der Habsburgerin Maria Theresia verheiratet, einer Tochter Philipps IV. von Spanien.
1648
Im Westfälischen Frieden von Münster und Osnabrück werden die territorialen Verwerfungen des Dreißigjährigen Krieges bereinigt.
1658
Leopold I. wird (gegen die Kandidatur Ludwigs XIV.) zum Kaiser gewählt. Er regiert bis 1705. Außenpolitisch versucht er im Westen die französische Expansionspolitik zu bremsen; privat komponiert er gern (über 200 Werke).
1659
Frankreich schließt nach langen Kriegsjahren mit Spanien den »Pyrenäenfrieden«, der ihm politische Dominanz in der Region verschafft.
1663
Neue türkische Angriffe versetzen Mitteleuropa in Angst. Ein ständiger Reichstag tagt in Regensburg.
1667
Die Hochzeit zwischen Leopold I. und seiner Nichte und Cousine Margarita Teresa von Spanien wird zur pompösen Inszenierung mit einem Pferdeballett und gigantischen Feuerwerksdarbietungen.
1665-1700
Karl II., der letzte spanische Habsburger, ist verkrüppelt und infantil (Beiname »der Verhexte"); er stirbt schließlich ohne direkten Erben.
1683
Die Türken belagern zum zweiten Mal Wien, werden aber schließlich durch Kriegsglück und Entsatztruppen (Schlacht am Kahlenberg) zum Abzug gezwungen.
1686-1699
Befreiung Ungarns und Siebenbürgens von türkischer Besatzung; Prinz Eugens Sieg bei Zenta (1697) und seine Einnahme Sarajevos führen zum Frieden von Karlowitz, der die habsburgische Vormachtstellung auf dem Balkan für geraume Zeit festschreibt.
1701-1714
Nach dem Tod Karls II. von Spanien ringen die Fürstenhäuser Europas im Spanischen Erbfolgekrieg um die Macht auf der Iberischen Halbinsel. Mit dem Tod Josephs I. 1711 wendet sich das anfängliche Glück der gegen Frankreich alliierten Mächte; schließlich wird Spanien geteilt, das Kernland bekommt der französische Anwärter Philipp V., Habsburg erhält die südlichen Niederlande, Neapel, Sardinien und Mailand.
1705-1711
Kaiser Joseph I., privat ein passionierter Musikfreund und Reiter, dringt energisch auf Expansion seines Reiches und im Innern auf Reformen.