Massengrab bei Wittstock: 125 Tote, in zwei Reihen und vier Lagen begraben
Foto:Z1001 Nestor Bachmann/ dpa
»Individuum 71« Die traurige Geschichte des Fergus MacMillan
Erst die beginnende Dunkelheit brachte das ohrenbetäubende Schlachtgetöse zum Verstummen. Stundenlang hatten die Heere am 4. Oktober 1636 auf den Hügeln südlich der brandenburgischen Stadt Wittstock aufeinander gefeuert. Selbst die Befehlshaber des vereinten kaiserlich-sächsischen Heeres und der gegnerischen schwedischen Armee wussten an diesem Samstag zunächst nicht, wer den Sieg errungen hatte. Nur eines war gewiss: dass sie alle einen enormen Preis bezahlt hatten.
Schlacht »bey Wittstock auff den Scharffen Berge« (Skizze eines Söldners von 1636)
Foto: Kriegsarchiv StockholmZeitgenössischen Berichten zufolge forderte die Schlacht etwa 3000 Tote und 5000 Verwundete und vernichtete damit bis zu ein Fünftel der aufgestellten Einheiten. Die hohen Verluste sowie die steigende Zahl Fahnenflüchtiger in den eigenen Reihen bewogen die kaiserlich-sächsischen Verbündeten, den Kampfplatz im Schutz der Nacht zu räumen und somit den Schweden den Triumph zu überlassen. Als deren ranghöchster Offizier befahl Feldmarschall Johan Banér tags darauf, das Schlachtfeld aufzuräumen, nach verwundeten Offizieren zu suchen und tote Soldaten zu begraben.
Die Profis des Krieges
Das Söldnertum, heißt es, sei das zweitälteste Gewerbe der Welt. Wo wurzelt es historisch? Und erleben wir gerade eine Renaissance der Militärunternehmen?
In dieser Ausgabe erfahren Sie alles über Mietkrieger von der Antike bis heute, von Wallenstein bis zur Wagner-Gruppe.
Eines dieser Massengräber entdeckten Bauarbeiter 2007 bei Baggerarbeiten. Eine Sensation für die herbeigerufenen Archäologinnen und Anthropologen, denn nach einer Schlacht blieben die Leichen üblicherweise einfach liegen, bis Verwesung, Tierfraß und Wetter alle Spuren zerstörten.