Fernsehserie Büro, Büro - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Fernsehserie Büro, Büro Aus gegebenem Anlass

Steno-Tippsen, Betriebsausflüge und Heiratsvermittlung: Die Fernsehserie "Büro, Büro" von 1981 ist heute noch genauso aktuell wie damals - sagt eine, die es wissen muss.
Von Melanie Brandenburg
Die Fernsehserie "Büro, Büro" von 1981 überzeichnet in schönster Comedy-Manier das alltägliche Büroleben einer fiktiven Firma namens Lurzer KG.
Die Fernsehserie "Büro, Büro" von 1981 überzeichnet in schönster Comedy-Manier das alltägliche Büroleben einer fiktiven Firma namens Lurzer KG.

Die Fernsehserie "Büro, Büro" von 1981 überzeichnet in schönster Comedy-Manier das alltägliche Büroleben einer fiktiven Firma namens Lurzer KG.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Vor ein paar Tagen fiel mir die DVD der Serie "Büro, Büro" in die Hände. Erinnern Sie sich noch daran? Wenn nicht, erkennen Sie bestimmt die Titelmelodie von Leroy Anderson "The Typewriter" wieder. Ich konnte mich nicht wirklich entscheiden, ob ich diese Serie überhaupt noch einmal sehen wollte. Ich dachte, dass sie mir heute bestimmt nicht mehr so zusagen würde wie in den Achtzigern. Aber weit gefehlt! Seit Tagen sitze ich nun immer wieder vor der Mattscheibe und schaue mir eine Folge nach der anderen an.

Meine Mutter ist der Meinung, dass mich diese Serie aus dem Jahr 1981 zu meinem jetzigen Beruf inspiriert hat. Ich bin Sekretärin geworden und meine Mutter hat mit ihrer Vermutung wahrscheinlich sogar Recht: Die Serie überzeichnet in schönster Comedy-Manier das alltägliche Büroleben einer fiktiven Firma namens Lurzer KG. Da wird gemobbt, intrigiert, um Jobs gefeilscht und eindeutig bewiesen, dass das Büro die beste Heiratsvermittlung ist.

"Herr Dr. Brockstedt" (Joachim Wichmann) ist der kauzige Personaler, der geliebte und zugleich gehasste Chef, der pro Tag mindestens vier Rundschreiben "aus gegebenem Anlass" durch die Firma schickt. Natürlich hat er sie vorher seiner Sekretärin Frau Schneider diktiert, die seine Sätze in Steno eifrig mittippt. Zu schön ist auch das Schreibzimmer der Firma Lurzer, in denen die "Tippsen" den ganzen lieben langen Tag auf ihren "wunderschönen Kugelkopfmaschinen" (O-Ton Dr. Brockstedt) herumhämmern.

Viele bekannte Gesichter tauchen in dieser Serie auf: Iris Berben (im Schreibzimmer), Henry van Lyck (in der Buchhaltung), Veronika Ferres als Kantinenwirtin Vroni, natürlich Rolf Zacher als Herr Semmler und Elfie Eschke als Fräulein Neuhammer aus dem Schreibzimmer. Elfie Eschke übertrifft sich in ihrer Darstellung als dummes Naivchen mit zuviel Kilos auf den Rippen selbst, und mit ihrem Pendant Rolf Zacher ist sie ungeschlagen in der frühen Comedy der achtziger Jahre.

Meine absolute Lieblingsfolge ist "der Betriebsausflug", in der nach einer Wandertour im verschneiten Wald plötzlich alle Kollegen per Du miteinander sind - natürlich bedingt durch zu viel Alkohol. Am nächsten Tag, nachdem der Kater auskuriert ist, entscheiden sich die meisten doch wieder für das Sie in der Firma. Also irgendwie kommt mir das wahnsinnig bekannt vor.

Natürlich gibt es heute nicht mehr die berühmten Kugelkopfmaschinen, eine Sekretärin benötigt kein Steno mehr und Rundschreiben werden heute per Email verteilt - aber mal ganz ehrlich: Sonst hat sich nichts verändert. Die Serie ist nach wie vor aktuell. Glauben Sie den Worten einer Sekretärin im Jahr 2008!