Ungewöhnliche Hexenverfolgung in Westfalen: Warum sich immer wieder Menschen selbst der Hexerei bezichtigten - DER SPIEGEL
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Ungewöhnliche Hexenverfolgung in Westfalen Die Teufelskinder von Fürstenberg

In einem westfälischen Örtchen bezichtigten sich ab dem 17. Jahrhundert immer wieder Menschen selbst der Hexerei – und riskierten damit den Tod auf dem Scheiterhaufen. Warum taten sie das?
Von Sarah Masiak
• aus SPIEGEL Geschichte 5/2021
Gemälde von Francicso de Goya: »Hexensabbat« (1797/98)
Gemälde von Francicso de Goya: »Hexensabbat« (1797/98)

Gemälde von Francicso de Goya: »Hexensabbat« (1797/98)

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PHOTOASIA / INTERFOTO

Als zu Beginn des 18. Jahrhunderts die Gemeinde Fürstenberg, eine Kommune im Hochstift Paderborn, erneut von einer Hexenpanik erfasst wurde, verhielt sich die Bewohnerin Margaretha Stroeth äußerst sonderbar: Offenbar von Schuldgefühlen geplagt, zeigte sie sich freiwillig vor dem Ortsrichter als Hexe an.

Wiederholt und ohne Anwendung der Folter gab sie vor dem lokalen Straftribunal bekannt, ihr Leben verwirkt zu haben, weil sie die »ärgerste« unter den Hexen sei. Ständig hätte sie den Teufel im Sinn. Ja, sie höre sogar seine Stimme, sodass sie davon überzeugt war, er stehe direkt hinter ihr. Er dränge sie, ihr Haus anzuzünden und sich selbst an einem Baum zu erhängen. Da Margaretha keine Freude mehr am Leben finden könne, bat sie den Richter inständig, ihr »vom leben ... helffen, dan sie könnte in der boßheit nicht lenger leben«.

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