Germantown: Wie Franz Daniel Pastorius die ersten Deutschen nach Amerika lotste - DER SPIEGEL
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Germantown (Ölgemälde um 1820 von William Britton): Ein Ort, an dem sich jeder und jede frei entfalten können sollte

Germantown (Ölgemälde um 1820 von William Britton): Ein Ort, an dem sich jeder und jede frei entfalten können sollte

Foto: Bridgeman Art Library

Deutsche Auswanderer in den USA Wilde Dreizehn

Am Anfang waren es 13 Familien aus Krefeld und ihr frommer Reiseleiter: Franz Daniel Pastorius lotste die ersten Deutschen nach Amerika, am 6. Oktober 1683 trafen sie ein. Der Start war geprägt von bitterer Armut.
• aus SPIEGEL Geschichte 4/2024

Am Ende ist der Held nur noch ein Statist. Helmut Kohl erwähnt ihn nicht einmal. Im Juni 1983 tritt der damalige Bundeskanzler in Krefeld ans Mikrofon, vor ihm einiges an Prominenz wie Bundespräsident Karl Carstens und George Bush, damals Vizepräsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Stadt hat sich herausgeputzt: Deutsch-amerikanische Flaggen wehen, Dixie-Bands spielen, mancher Besucher hat sich als Cowboy verkleidet.

Gefeiert werden drei Jahrhunderte deutsch-amerikanische Geschichte. 1683 verließen 13 Familien Krefeld und überquerten auf der Galeone »Concord« den Atlantik. Ihr Ziel: Amerika. Als »Original 13« gingen sie in die Geschichtsbücher ein, die erste Gruppe deutscher Auswanderer in die späteren USA.

SPIEGEL GESCHICHTE 4/2024

Deutschland und die USA

»Wir sollten uns an die Geschichte erinnern«, rief Barack Obama 2008 in Berlin, »und die Welt neu erschaffen.« Längst ist der Optimismus in den deutsch-amerikanischen Beziehungen der Angst vor Zerrüttung gewichen. Vor den US-Präsidentschaftswahlen erzählt die aktuelle Ausgabe von SPIEGEL Geschichte von Euphorie und Entfremdung, von kulturellen Importen und vergessenen Pionieren. Wir zeichnen nach, wie aus Feinden Freunde wurden – und was sich aus der Geschichte dieser langen Partnerschaft für die Zukunft ableiten lässt.

Kanzler Kohl spricht über den »Aufbruch in ein fremdes Land« und die »deutsch-amerikanische Verwandtschaft«. Über einen Mann verliert er aber kein Wort. Dabei nennen ihn manche den »Urvater aller Deutschen« in Amerika: Franz Daniel Pastorius. Nach ihm sind Straßen benannt, Denkmäler wurden errichtet, nach ihm wurde zeitweise ein Feiertag benannt, der Pastorius Day. Im Kapitol prangt sein Bild im Deckenfries der Rotunde neben den ganz Großen: Christopher Columbus, Benjamin Franklin, George Washington .

Wer war der Mann, der die 13 Familien nach Amerika lockte? Der Germantown gründete, bis heute ein Symbol für deutsche Kultur in den USA?

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