HAUSMITTEILUNG - DER SPIEGEL
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Hausmitteilung HAUSMITTEILUNG

• aus SPIEGEL Geschichte 6/2009
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Hütet diese Familie ein Geheimnis - oder haben die Habsburger einfach seit dem Mittelalter sehr viel Glück gehabt? Wie konnte ein Grafengeschlecht aus dem Aargau zu einer weltweit mächtigen, jahrhundertelang regierenden Herrscherdynastie aufsteigen? In vielen Porträts, Geschichten und natürlich Stammbäumen sucht dieses Heft nach Erklärungen - auch mit der Hilfe namhafter Kenner wie Brigitte Hamann, Sigrid Löffler und Eberhard Straub. Einmal standen die Redakteure Dietmar Pieper und Johannes Saltzwedel, der dieses Heft konzipierte, bei der Vorbereitung dem Phänomen Habsburg persönlich gegenüber: Sie trafen in München den Chef des Hauses, Karl von Habsburg, 48, der souverän zu begründen weiß, warum es »nur logisch« ist, »dass ein Habsburger sich als Europäer versteht« (Seite 22).

Wenn es um Sisi, die vorletzte Kaiserin, geht, glauben die meisten dank Ernst Marischka und seiner schnulzigen Filme mit Romy Schneider in der Hauptrolle ganz gut Bescheid zu wissen. SPIEGEL-Redakteurin Karen Andresen erging es nicht anders. Sehr süßlich sei das Thema, fand sie zunächst. Aber je gründlicher sie sich dann in das Leben dieser unglücklichen Monarchin vertiefte, desto mehr entdeckte sie eine auf faszinierende Art moderne Frau, die belesen war und sportlich, aber auch dem Schönheitswahn verfallen. Mit ihrem Protest gegen Konventionen passte sie nur schwer in das 19. Jahrhundert und schon gar nicht an den Wiener Hof, den sie nach Kräften mied - bis sie an diesen Widersprüchen zerbrach (Seite 126).

Bei der Spurensuche an den Rändern des Habsburgerreichs bekam SPIEGEL-Reporter Walter Mayr vertrauten Boden unter die Füße. Im Bosnien-Krieg, später als Korrespondent in Wien und Moskau hatte er viele Außenposten der einstigen k. u. k. Monarchie kennengelernt. Diesmal ging es, mit Büchern von Roth oder Rilke bis Karahasan und Albahari im Gepäck, auf mühsamen Wegen vom Dnjestr-Ufer bis an die Adriaküste. Nach über zwei Wochen Expedition quer durch die Kulissen des einstigen Österreich-Ungarn zog Mayr Bilanz: »Das Vielvölker-Erbe der Habsburger droht, noch ehe in der EU eine Idee von Mitteleuropa entsteht, für immer verlorenzugehen« (Seite 108).

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