In sieben Schritten: Von Gottlieb Daimler zum iPhone - DER SPIEGEL
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In sieben Schritten Wie Gottlieb Daimler das iPhone erfand

Per Wikipedia durch die Weltgeschichte: Jeden Monat wühlt sich Danny Kringiel durch die uferlose Online-Enzyklopädie - und entdeckt auf einer absurden Zeitreise, dass absolut alles mit absolut allem zu tun hat.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

1. Teil: Waffen statt Brot

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz

Als am 17. März 1834 im baden-württembergischen Schorndorf ein kleiner Junge namens Gottlieb Wilhelm Däumler das Licht der Welt erblickte, schien es, als wäre schon abzusehen, womit der Kleine einmal seine Brötchen verdienen würde: Schließlich war Gottliebs Vater, Johannes Däumler, Bäckermeister im Ort - und es war zu erwarten, dass sein Sohn in seine Fußstapfen treten würde.

Doch bald zeigte sich, dass die Interessen von Däumler Junior sich weniger um Hefe und Mehl drehten als um Technik: Nach seinem Realschulabschluss machte er eine Ausbildung zum Büchsenmacher, anschließend arbeitete er in einem Maschinenbauunternehmen und studierte an der Polytechnischen Schule Stuttgart Maschinenbau.

Es war diese Faszination für Technik, die ihn berühmt machen sollte, denn...

Feuerstuhl mit Stützrädern

Foto: Uwe Anspach/ picture alliance / dpa

...Gottlieb, dessen Nachname inzwischen von Däumler in Daimler geändert worden war, sollte zum Urvater des modernen Benzin-Verbrennungsmotors werden. Doch gemeinsam mit seinem Assistenten Wilhelm Maybach konstruierte Daimler 1883 nicht nur einen revolutionären Einzylinder-Viertaktmotor, sondern zwei Jahre später auch den "Daimler-Reitwagen" - das erste benzingetriebene Motorrad der Welt.

Auch wenn das klobige Versuchsfahrzeug mit Stützrädern noch weit entfernt war von den hochmotorisierten Yamahas und Harley-Davidsons, mit denen ein Jahrhundert später Motocross-Fahrer über Schlammstrecken und Familienväter über Autobahnen rasen sollten: Der "Reitwagen" und seine zahlreichen Nachfolger veränderten die Welt. Allerdings waren diese Veränderungen nicht immer erfreulich, schließlich...

Besser, schneller, toter

...entpuppten sich die neuen, benzingetriebenen Zweiräder, die mittlerweile offiziell "Motorräder" genannt wurden, bald als ein gefährliches Vergnügen. Eine leidvolle Erfahrung, die ihre Konstrukteure oft genug schon in der Testphase machen mussten: Etwa als der Radsportler Heinrich Hildebrand und der Ingenieur Alois Wolfmüller im Januar 1894 bei der Testfahrt der "Hildebrand und Wolfmüller", des ersten in Serienfertigung hergestellten Motorrads der Welt, feststellen mussten, dass ihr Fahrzeug nicht wie geplant vor- sondern rückwärts fuhr. Oder als bei einem anderen Test ein Kolben aus dem Motorradmotor herausschoss und dem Mechaniker Johann Strömel den Arm abtrennte.

Natürlich wurden die Motorräder auf dem Markt technisch immer ausgereifter, leistungsstärker, schneller - und in der breiten Bevölkerung beliebter. In den USA sorgten vor allem die Räder des US-Herstellers "Indian" für einen wahren Motorrad-Boom. Doch auch die Zahl schwerer Motorradunfälle im Straßenverkehr nahm damit zu. Das musste auch...

Die Finsternis am Stadtrand

...der Amerikaner Bruce Springsteen früh lernen. Springsteen war noch ein Teenager, als er 1968 in einen Verkehrsunfall mit einem Autofahrer geriet. Er trug eine Gehirnerschütterung und eine schwere Beinverletzung davon.

Nur wenig später sollte dieser Unfall Springsteen jedoch den Hals retten: Als er nämlich für einen Einsatz im Vietnamkrieg zur Armee eingezogen werden sollte, fiel Bruce bei der Musterung durch - wegen seiner Unfallfolgeschäden.

Und so konnte der junge Mann aus New Jersey, während zahllose seiner Altersgenossen fern der Heimat im Kampf gegen den Vietcong ihr Leben ließen, an seiner Karriere als Musiker feilen. Mit Erfolg: Mit Alben wie "Born to Run" und "Darkness on the Edge of Town" stieg Springsteen in den siebziger Jahren zum Rockstar auf, der Stadien füllte und quer durch die USA tourte, begleitet von einem vielköpfigen Mitarbeiterstab. Zu dem gehörte auch...

Als Lärm zu Musik wurde

...der australische Toningenieur Bruce Jackson. Er überwachte die Konzertbeschallung auf Springsteens "Darkness Tour" im Jahr 1978 und auf seiner "The River"-Tournee 1980. Im Jahr dazwischen hingegen, während sein Arbeitgeber im Studio an einer neuen Platte arbeitete, hatte Jackson Leerlauf.

Er nutzte die Zeit, um in Amerika auf Promotiontour für ein bisher unbekanntes Musikinstrument zu gehen, das ein paar Bekannte Jacksons aus Sydney - Peter Vogel und Kim Ryrie - erfunden hatten: den Fairlight-CMI-Synthesizer. Für Musiker war das Gerät eine Sensation, denn es handelte sich dabei um den ersten Synthesizer mit Sampling-Fähigkeiten, sprich: Jedes beliebige mit einem Mikrofon aufgezeichnete Geräusch konnte damit in Musik verwandelt werden.

Doch das Gerät, um das sich Musiker wie Stevie Wonder und Peter Gabriel bald rissen, wartete noch mit einer anderen technischen Neuerung auf, und zwar...

Berühr mich!

...einem Bildschirm, auf dem man die Klänge und Notenwerte der Musikstücke, an denen man arbeitete, durch bloße Berührung mit einem Spezialstift bearbeiten konnte.

Damit machte der Fairlight CMI schon im Jahr 1979 den Touchscreen bekannt - lange bevor er auf Heimcomputern wie dem HP-150 von Hewlett-Packard aus dem Jahr 1983 Einzug in Privathaushalte hielt.

War der Touchscreen Anfang der achtziger Jahre noch ein technisches Kuriosum, so ist er mittlerweile nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Etliche Geräte wurden erst durch ihn intuitiv bedienbar - etwa das...

ichTelefon

Foto: ddp images

...iPhone, das die Firma Apple am 29. Juni 2007 auf den Markt brachte und damit das Mobiltelefon revolutionierte. Das Smartphone wurde zu einem der größten Verkaufsschlager des Unternehmens: Mittlerweile wurden über 240 Millionen Exemplare des iPhones in 86 Ländern der Welt verkauft. Jüngst stellte Philip Schiller, Marketing-Vizepräsident von Apple, am 12. September 2012 die neueste Version des Gerätes der Öffentlichkeit vor: das iPhone 5.

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