Jahresrückblick: März 2008 - DER SPIEGEL
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Jahresrückblick: März 2008: 20 Sekunden Todesangst

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Jahresrückblick: März 2008 20 Sekunden Todesangst

Der Flügel touchierte die Landebahn: Im März 2008 entging eine Lufthansa-Maschine nur knapp einer Katastrophe. Im Landeanflug erfasste eine Sturmböe den Airbus, nur ein beherztes Flugmanöver verhinderte den Crash. Ein Youtube-Video der Aktion machte die Co-Pilotin zur Heldin - dann wurde Kritik laut.
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Die volle Wucht des Sturmtiefs "Emma", das am 1. März über Deutschland pfeift, erfahren die 137 Insassen des Lufthansa-Flugs LH 044 beim Anflug auf den Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel. Um die Wucht des Nordweststurms auszugleichen, schwebt der LH-Airbus "Suhl" im schrägen Anflug Richtung Landebahn 23. Kurz vor dem Aufsetzen nimmt die flugzeugführende Co-Pilotin die Nase des Jets hoch und schwenkt den Airbus zur Landung.

Just in diesem Moment fegt von rechts eine heftige Windböe gegen das rund 60 Tonnen schwere Flugzeug. Der Jet kippt nach links weg, die Tragflächenspitze touchiert den Boden. Den fast sicheren Crash verhindern die Piloten der "Suhl" mit antrainierter Professionalität. "Go around", hört man später bei der Prüfung der Flugdaten- und Sprach-Recorder die Co-Pilotin. Sie schiebt sofort die beiden Schubhebel vorwärts, der Jet startet durch. Welcher Katastrophe sie um Haaresbreite entkommen, sehen viele Passagiere erst bei der Betrachtung des Videos, das ein "Plane-Spotter" von dem kippligen "Landeversuch" dreht und ins Internet stellt. Passagiere und Medien erheben die Cockpit-Crew zu "Helden" ob ihrer Wimpernschlag-Entscheidung zum Durchstarten.

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Weniger enthusiastisch reagieren Profis auf den Schock von Hamburg. Sie halten den "Suhl"-Piloten Fehlentscheidungen vor, die sie allerdings nur treffen konnten, weil verbindliche Vorschriften für Sturmlandungen fehlen. Unproblematischer erweist sich an diesem Tag die fast rechtwinklig versetzte Landebahn 33, auf der die 24-jährige Co-Pilotin den Jet 19 Minuten nach dem Beinahe-Crash sicher aufsetzt.