Jahresrückblick Mai 2008 - DER SPIEGEL
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Jahresrückblick Mai 2008: Das Dschungelvolk, das keiner sehen darf

Foto: ? Ho New / Reuters

Jahresrückblick Mai 2008 Das Dschungelvolk, das keiner sehen darf

Es war eine sensationelle Entdeckung: Im Mai 2008 wurde im brasilianischen Urwald ein Indianerstamm gesichtet, der noch nie Kontakt zur Außenwelt hatte - unglaubliche Bilder entstanden: Wütende Krieger, bemalt mit roter Farbe, schießen Pfeile auf das Flugzeug ab. Bis heute ist der Standort des Stammes streng geheim.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Im Tiefflug, mit gedrosseltem Motor surrt die Cessna der brasilianischen Indianer-Schutzbehörde Funai über den Urwald Amazoniens. Zur Vergrößerung seines Blickfelds hat Fotograf Gleison Miranda die Türen des Kleinflugzeugs aushängen lassen. Seine Aufnahmen gehen um die Welt: Sie zeigen Angehörige eines von der Zivilisation bislang unberührten Indianerstamms.

Die Ur-Indios leben, Tagesreisen entfernt von jeder modernen Besiedlung, auf einer schmalen Lichtung im dichten Regenwald nahe der Grenze zu Peru. Zwischen strohgedeckten Hütten starren einige Bewohner auf die Eindringlinge am Himmel. Die Indios sind nackt, nur mit einer Art Lendenschurz bekleidet; zwei von ihnen haben ihren Körper rot bemalt und sich mit Speer sowie Pfeil und Bogen bewaffnet. Mit der Veröffentlichung der eindringlichen Fotos versucht die Funai, den vier in dieser Region lebenden indigenen Volksstämmen das Überleben zu sichern, was nach Ansicht der Schutzbehörde nur durch Vermeidung jeglichen Kontakts mit der Zivilisation erreicht werden kann.