Zechen und Zocken in Pompejis Tavernen »Kämpft draußen!«
Die Römer nutzten unter anderem sechsseitige Würfel – Betrüger manipulierten diese oft
Foto: Scala / bpkAuf einmal kippte im Wirtshaus die Stimmung zwischen den beiden Spielern, die sich gegenübersaßen, ihr Spielbrett auf den Knien. Ein heftiger Streit brach aus im antiken Pompeji. Etwa 2000 Jahre liegt er zurück, historische Wandbilder in der Ruine einer Taverne zeugen von dem Zwist, Inschriften halten gar Dialogfetzen fest.
Demnach ruft der linke Spieler in roter Tunika stolz: »Ich bin draußen!«, und kürt sich zum Sieger. Sein Gegenüber, ein Mann in gelber Tunika, protestiert: »Es ist keine Drei, es ist eine Zwei.« Seine ausgestreckte Hand deutet auf den Würfelbecher, den sein Gegenüber in der Hand hält. Hat sein Gegner geschummelt und gar keine Drei gewürfelt?
Für die Menschen in Pompeji war der Ausbruch des Vesuvs im Herbst 79 n. Chr. eine Katastrophe. Für die Forschung hingegen ein Segen. Die Asche des Vulkans konservierte die stolze Stadt im Moment des Untergangs und ermöglichte es, das Leben der Menschen vor 2000 Jahren zu rekonstruieren.
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Ein zweites Wandbild schildert, wie der Streit eskaliert und die Männer, gut zu erkennen an ihrer farbigen Kleidung, aneinandergeraten. Ihre Oberkörper berühren sich, der Mann im roten Gewand packt seinen Kontrahenten an der Schulter, droht mit erhobener Faust und sagt: »Du Verbrecher, ich hatte die Drei, ich war's!« Sein Gegenüber behauptet, er selbst habe eine Drei gewürfelt und beschimpft seinen Gegner als »elenden Spitzbuben«. Ein dritter Mann, womöglich der Wirt, versucht, die Streithähne aus der Kneipe zu werfen: »Kämpft draußen!«