Kalenderblatt: 10.7.1943 "Heftige Abwehr zu Land und in der Luft"
Minensuche: Zwei Ingenieure der US-Army suchen im August 1943 mit einem Metalldetektor nach in den Trümmern versteckten Minen. In der Nacht zum 10. Juli 1943 hatte die bis dahin größte Landungsaktion der Krieggeschichte, die "Operation Husky", begonnen.
Foto: U.S. Army/ Getty ImagesDie Entscheidung für einen Angriff auf Sizilien fiel im Januar 1943 auf der Konferenz von Casablanca. Durch die Erfolge gegen Hitlers Truppen im Nordafrika-Feldzug ermutigt, beschlossen die Alliierten unter dem US-amerikanischen Präsidenten Roosevelt und dem britischen Premier Churchill den Kriegsschauplatz auf den europäischen Kontinent zu verlagern.
Insbesondere die Briten drängten auf einen Angriff auf das kriegsmüde Italien, um Deutschland zu schwächen. Ziel war, den Mittelmeerraum für die alliierte Schifffahrt freizumachen und die Luftwaffenbasen näher an Deutschland heranzurücken. Churchill und US General Eisenhower fassten im Februar 1943 den Beschluss, Sizilien sollte im Sturmangriff erobert werden.
Um näher an Sizilien heranzurücken wurde Pantelleria, das "italienische Gibraltar", eingenommen. Die Inselfestung kapitulierte am 11. Juni 1943 nach achttägigem Bombardement. In den nächsten beiden Tagen ergaben sich auch die benachbarten Inseln Lampedusa und Linosa: Mitte Juni hatte Italien alle Außenposten südlich von Sizilien verloren.
Lesen Sie auch zum Thema: 19.8.1942: Alliierter Landungsversuch in Normandie scheitert bei Kalenderblatt.de
Kurs auf Sizilien
Am 3. Juli dann begannen die Alliierten Streitmächte mit dem flächendeckendem Bombardement Siziliens. Am Morgen des 9. Juli trafen die großen Flotten aus West und Ost südlich von Malta zusammen und nahmen Kurs auf die Küste Siziliens.
Doch plötzlich verschlechterte sich das Wetter. Starker Nordwind und hoher Seegang drohten die Landung unmöglich zu machen. Doch noch in der Nacht zum 10. Juli legte sich der Wind, die bis dato größte Landungsoperation der Kriegsgeschichte, die "Operation Husky", konnte beginnen.
In totaler Finsternis näherte sich die enorme Streitmacht. Anderthalb Millionen Soldaten waren Einsatzbereit. Mit erst kurz zuvor entwickelten Landungsschiffen und Wasser-Land-Fahrzeugen sollten möglichst viele der Männer, der 600 Panzer und 1.800 Geschütze an Land gebracht werden.
Der Anfang der Invasion Europas
Die italienischen und deutschen Soldaten schliefen derweil. Erschöpft von Tagen und Nächten in Alarmstellung, wiegten sie sich aufgrund des schlechten Wetters in Sicherheit. Die Verteidigung Siziliens oblag der italienischen 6. Armee unter General Guzzoni sowie fünf Küstenschutz Divisionen.
An deutschen Streitkräften befanden sich auf der Insel eine Panzergrenadier Division und Teile der Panzerdivision "Hermann Göring", insgesamt waren 405.000 Mann auf Sizilien stationiert, die meisten davon im Westteil der Insel.
Der Angriff erfolgte im Süden. Im Südwesten der Insel landete die 7. US-amerikanische Armee unter General Patton am südlichen Zipfel kanadische Truppen und südöstlich der Insel Kompanien der britischen 8. Armee unter General Montgomery. Die Invasion Europas im Zweiten Weltkrieg hatte begonnen.
Lesen Sie auch zum Thema: 6.6.1944: D-Day bei Kalenderblatt.de
Alliierte auf dem Vormarsch
Das Kommando der Wehrmacht meldete am 10. Juli nach Berlin: "Der Angriff auf Sizilien hat begonnen. Er traf auf heftige Abwehr zu Land und in der Luft. Die Kämpfe sind im Gange."
Am 18. Juli waren zwölf Flughäfen in der Hand der Alliierten, der Westen von den Amerikanern besetzt, Palermo am 22. Juli eingenommen. Doch Sizilien war noch nicht erobert. Der Vormarsch der Briten vom Osten der Insel kam in der Ätnaebene zum Stillstand. Die Ebene war malariaverseucht, das Gelände unwegsam, die deutschen Verbände kampferfahren.
Von Westen her rückte allerdings die US-amerikanische Armee kontinuierlich Richtung Messina, der Brücke zum Festland, vor. Als sich die beiden Armeen schließlich zum letzten Schlag aufstellten, hatten die Deutschen bei Nacht und Nebel ihre Verbände auf das Festland in Sicherheit gebracht.
Von Messina auf das Festland
In den frühen Morgenstunden des 17. Augusts 1943 besetzten US-amerikanische Truppen Messina, die britischen Truppen folgten nur wenig später. Die Insel war nach 38 Tagen in der Hand der Alliierten. Bilanz der Operation: 130.000 italienische, 37.000 deutsche und 31.000 alliierte Soldaten waren tot oder verwundet.
Die Landung in Sizilien bedeutete für das faschistische Regime Italiens das Aus. Schon am 24. Juli wurde Mussolini verhaftet. Während die neue Regierung hinter dem Rücken der Deutschen über eine Kapitulation Italiens verhandelte, setzten am 3. September zwei britische Divisionen über die Straße von Messina. Die Invasion auf dem europäischen Festland war geglückt.