einestages-Adventskalender Beinahe vertextet
"Silver Bells" ist eines der erfolgreichsten Weihnachtslieder aller Zeiten. Diesen Erfolg haben die Songschreiber Ray Evans und Jay Livingston auch der Ehefrau von Livingston zu verdanken, denn beinahe wäre etwas schiefgegangen: Ursprünglich wählten die beiden Tinkle Bell" als Titel. Lynne Livingston warnte ihren Mann aber vor der Doppelbedeutung des Begriffs "Tinkle". Denn umgangssprachlich beschreibt er ein menschliches Bedürfnis: Pinkeln.
"Silver Bells" hieß schließlich der Song, komponiert für den Film "The Lemon Drop Kid" von 1951 mit Bob Hope und Marilyn Maxwell in den Hauptrollen, die auch vor der Kamera sangen. Mit den Zeilen "Glockenklang, silberhell, weihnachtlich klingt's durch die Städtchen, klingeling, klingeling" wurde "Silver Bells" zum Kassenschlager.
Sehr zur Überraschung von Ray Evans und Jay Livingston. Es sei unmöglich, ein Weihnachtslied zu schreiben, hatten die beiden zuvor gezweifelt: "Jedes Jahr singt jeder die gleichen Weihnachtssongs, und kein neuer wird es jemals schaffen." Das Filmstudio Paramount hatte sie zum Verfassen von "Silver Bells" zwingen müssen.
Evans und Livingstone, die ansonsten gut zusammenarbeiteten, waren in einer Frage uneins. Evans behauptete, die Inspiration zum Song sei ihnen durch eine Glocke in ihrem Arbeitszimmer gekommen. Es seien die Glocken gewesen, die Weihnachtsmänner und Angehörige der Heilsarmee zur Weihnachtszeit an den Straßenecken läuteten, sagte dagegen Livingstone.
Einerlei - über 100 Millionen Käufer haben "Silver Bells" gekauft, unzählige Male wurde es gecovert. Von Elvis Presley, The Supremes oder auch dem späteren "Grease"-Star Olivia Newton-John. 1974 spielte sie gemeinsam mit Bob Hope eine brave Version ein. Im Studiovideo für ein TV-Special mit echtem Pferdeschlitten ließen sie sich von Kunstschnee berieseln.