Prinz Harrys 30. Geburtstag: Adlige Fehltritte - DER SPIEGEL
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Prinz Harrys 30. Geburtstag: Fettnäpfchen pflastern seinen Weg

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JIM WATSON/ AFP

Adlige Fehltritte "Dirty Harry" ist nicht allein

Ein Nazi-Kostüm, Alkoholexzesse und Nacktfotos machten Prinz Harry zum Liebling der Klatschpresse. Dabei ist "Dirty Harry" in bester Gesellschaft: Zu seinem 30. Geburtstag präsentiert einestages die größten Eskapaden Adliger.
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Die illustre Gästeschar amüsierte sich prächtig. Über 200 Mitglieder der britischen Oberschicht scherzten und lachten, tranken und rauchten an diesem Januar-Abend 2005. Das Geburtstagskind Harry Meade hatte zu seiner Kostümfeier zusätzlich einen besonderen Gast auf den Landsitz der Familie in Wiltshire eingeladen: Henry Charles Albert David of Wales, besser bekannt als Prinz Harry.

Der Sprössling aus dem Hause Windsor sorgte allerdings bereits kurz nach seiner Ankunft für Aufregung. Erschienen war Prinz Harry an diesem Wintertag in einem Bundeswehrparka, der die Farben Schwarz, Rot und Gold zeigte: soweit alles in Ordnung. Als er aber ablegte, war es mit der ausgelassenen Stimmung vorbei. Darunter trug Harry nämlich ein khakifarbenes Hemd, das eine Art Fantasie-Replik der Uniform des deutschen Afrika-Korps aus dem Zweiten Weltkrieg darstellen sollte. Doch der wahre Aufreger war deutlich sichtbar an Harrys linkem Arm zu sehen: Eine Binde mit Hakenkreuz.

"Harry the Nazi"

Was für einen fragwürdigen Auftritt der Prinz an diesem Abend hingelegt hatte, konnten Millionen Briten bald in der Klatschpresse mit eigenen Augen sehen: "The Sun" zeigte ein Foto von Harry in seinem Nazi-Aufzug, in der Linken ein Glas, in der Rechten eine Zigarette, das Gesicht verkniffen. Das Foto hatten die britischen Zeitungsleser offenbar einem empörten Partygast zu verdanken, der den Pseudo-Wüstenkrieger fotografiert und der Zeitung zugespielt hatte. "Harry the Nazi" lautete die Schlagzeile darüber.

Die Königin war alles andere als begeistert, zumal das prinzliche Timing kaum hätte schlimmer sein können: Gut zwei Wochen nach der Party beging das Land den Holocaust-Gedenktag. Vielleicht hätte Harry lieber seinen großen Bruder um Rat fragen sollen, der ebenfalls Gast auf der Feier gewesen war - in ein politisch unverfängliches Leopardenkostüm gekleidet. Kleinlaut entschuldigte sich Prinz Harry nach dem Skandal: "Das Kostüm war eine miserable Wahl."

Der feierfreudige Prinz, der nicht zuletzt wegen seiner Alkoholeskapaden von seinen Untertanen den Spitznamen "Dirty Harry" erhalten hatte, trieb 2012 erneut die Auflage der "Sun" in die Höhe. Auf den neuen Fotos, während einer Partynacht in Las Vegas geschossen, war diesmal weit und breit kein Hakenkreuz zu sehen. Im Gegenteil, der Prinz trug darauf rein gar nichts am Körper - bis auf eine Armbanduhr und eine Kette. Immerhin ersparte "Dirty Harry" seiner königlichen Großmutter die größte Schande: Sein Gemächt verdeckte er auf den Fotos mit den Händen.

Was in Vegas passiert, bleibt nicht immer in Vegas

"Harry greift nach den Kronjuwelen", titelte das Revolverblatt schlagfertig. Doch das Urteil der "Sun" über den Skandalprinzen war außerordentlich wohlwollend: "Wir mögen ihn." Genauso geht es den meisten Briten: Gleich nach Königin Elizabeth ist Prinz Harry das beliebteste Mitglied der Royal Family. Der "Independent" erklärte sogar, Harry sei der "aufregendste, zügelloseste Royal seit Heinrich dem VIII.".

Ein Blick in die Geschichte beweist dagegen, dass Harry durchaus noch andere prominente Vorbilder im unangebrachten Benehmen hat - im britischen Königshaus und den anderen europäischen Adelsgeschlechtern. Da wäre zum Beispiel Prinz Charles, der seiner geliebten Camilla Parker Bowles in einem abgehörten Telefonat seinen innigsten Wunsch offenbarte: ihr Tampon zu sein. Aber auch auf dem europäischen Festland trieb und treibt so manches adlige schwarze Schaf sein Unwesen. Allen voran der deutsche Kaiser Wilhelm II., der in jungen Jahren eine Prostituierte um ihren Lohn prellte.

einestages präsentiert die peinlichsten blaublütigen Ausrutscher, die die Untertanen vor Scham erröten ließen.