Trophäen des Krieges: Ein Wandrelief aus dem Hadrianstempel (erbaut 145 n. Chr.) zeigt Waffen, die Legionen auf Feldzügen erbeuteten.
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Niedergang einer Weltmacht Das ewige Rom und sein Todesstoß durch einen Söldnertrupp
Es war wohl die Fehlentscheidung eines Mannes, die nach Jahrzehnten des Niedergangs das Ende des weströmischen Kaisertums besiegelte: Der Heermeister Orestes hatte seine Karriere als Sekretär des Hunnenkönigs Attila begonnen und griff nun nach der Macht in Rom. Er scheute aber davor zurück, das kaiserliche Purpur selbst anzulegen. Mit seinen unter römischen Bannern kämpfenden Truppen vertrieb er stattdessen 475 den letzten legitimen Kaiser Julius Nepos nach Dalmatien und machte seinen eigenen Sohn Romulus zum Marionettenherrscher.
Nominell regierte der Teenager nun über die Reste des einst riesigen Reiches, das einmal von den Ufern des Tigris bis zum Firth of Forth in Schottland gereicht hatte. Doch längst war diese Herrlichkeit zu kümmerlichen Resten reduziert, Romulus’ Macht war im Wesentlichen auf die italienische Halbinsel beschränkt. »Augustulus« nannten ihn seine Gegner verächtlich, »das Kaiserlein«. Er residierte in Ravenna, während sein Vater Orestes weiter die Truppen führte, die dem Weströmischen Reich noch verblieben waren.
Die Profis des Krieges
Das Söldnertum, heißt es, sei das zweitälteste Gewerbe der Welt. Wo wurzelt es historisch? Und erleben wir gerade eine Renaissance der Militärunternehmen?
In dieser Ausgabe erfahren Sie alles über Mietkrieger von der Antike bis heute, von Wallenstein bis zur Wagner-Gruppe.
Das Problem daran: Orestes’ Armee bestand zu großen Teilen aus Söldnern. Sie wurden mit Geld oder Land dafür belohnt, dass sie in Roms inneren und äußeren Kriegen kämpften. Man nannte diese Truppen beschönigend foederati, Verbündete. Doch Rom treu ergeben waren sie nur so lange, wie man sie auch angemessen bezahlte. Als Orestes ihnen das versprochene Siedlungsgebiet verwehrte, kam es zum Aufstand der Söldner.