2. Schritt: Strandausflug mit Scheinhinrichtung
...befohlen haben, den US-Westerndarsteller John Wayne zu ermorden, der öffentlich für die Kommunistenjagd Senator McCarthys eintrat. Michael Munn berichtet in der Biografie "John Wayne - The Man Behind the Myth" von mehreren stalinistischen Attentatsversuchen auf den Schauspieler während der Vierziger- und Fünfzigerjahre. "Seit 1949", so zitiert Munn Wayne, "haben die Kommunisten versucht, mich umzubringen". Doch er habe die "Commie-Bastarde in die Pfanne gehauen".
1951 erfuhr das FBI laut Munn von einem geplanten Attentat: Als FBI-Mitarbeiter getarnt würden zwei Sowjetagenten auf das Warner-Bros.-Gelände kommen, um Drehbuchautor James Grant und Wayne beim Arbeitstreffen in dessen Büro aufzusuchen - und zu töten. Doch zwei echte FBI-Agenten, die sich im Nebenzimmer versteckt hatten, lauerten den Attentätern auf und nahmen sie mit vorgehaltenen Waffen in Gewahrsam.
Aber statt die Sowjets zu inhaftieren, führten sie auf Wunsch Waynes und Grants erst ein menschenverachtendes Schauspiel mit ihnen auf: Sie fuhren an einen entlegenen Strand und ließen die gefesselten Agenten im Sand niederknien, während Wayne und Grant Pistolen auf ihre Hinterköpfe richteten. Dann, so Munn, habe Wayne zu zählen begonnen: "Eins... zwei... drei..." - und den Abzug gedrückt. Ein Knall, Rauch - und sie steckten ihre mit Platzpatronen geladenen Waffen wieder ein und überließen die Männer dem FBI. Mit der Scheinhinrichtung, sagte Wayne, wollte er "die Commies nur wissen lassen, dass sie mir keine Angst machen". Damit allerdings auch seine Angehörigen sorglos blieben, bat Wayne die FBI-Männer, nicht publik zu machen, dass Stalin ihm nach dem Leben trachtete.
Auch wenn er verhindert worden war - der Anschlagsversuch sollte nicht der letzte auf den Schauspieler bleiben. Glücklicherweise bekam er bald schlagkräftige Unterstützung im Kampf gegen die rote Bedrohung...