China: 40.000 neue HIV-Infektionen in drei Monaten - DER SPIEGEL
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China 40.000 neue HIV-Infektionen in drei Monaten

Gesellschaftliche Tabus und mangelhaftes Bildungssystem: Immer mehr Menschen infizieren sich in China mit HIV. Inzwischen kommen jährlich mehr als 100.000 HIV-Positive hinzu.
Aids-Schleife
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Foto: Fredrik von Erichsen/ dpa
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Die Zahl Neuinfektionen mit HIV steigt in China immer weiter. Allein von April bis Juni 2018 kamen 40.000 Menschen hinzu, die sich mit dem Virus infiziert haben, wie die BBC  berichtet. Mehr als 820.000 Chinesen sind HIV-positiv.

Bei einer Konferenz in der Provinz Yunnan sagten Beamte der Gesundheitsbehörde, Bluttransfusionen spielten heute praktisch überhaupt keine Rolle mehr - trotzdem steigt die Zahl HIV-Infizierter derzeit um 100.000 jährlich. Übertrug sich der Virus früher vor allem durch Bluttransfusionen in den Provinzen, wird HIV heute in China hauptsächlich beim Sex weitergegeben - die meisten davon durch ungeschützten Geschlechtsverkehr.

Meiste Übertragungen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr

Insbesondere für LGBTI-Personen in China wird HIV nun immer bedrohlicher - auch weil kaum darüber in der Öffentlichkeit gesprochen wird. Zwar ist Homosexualität im Land seit 1997 legal, gesellschaftlich wird es jedoch weiterhin nicht akzeptiert. Zwischen 70 und 90 Prozent der Männer, die mit Männern schlafen, sind mit Frauen verheiratet, wie eine Studie ergab. Partnerschaftliche Beziehung zwischen Gleichgeschlechtlichen gilt noch immer als verpönt in China.

HIV/Aids - Die Fakten

Seit 2003 versucht die chinesische Regierung, das Problem in den Griff zu bekommen, und bietet kostenfreie Behandlungen für Infizierte an. Einer Studie  zufolge sind jedoch die gesellschaftliche Stimmung und das mangelhafte Bildungssystem ein Grund dafür, dass die Zahlen weiter steigen.

tin