Seuche in Afrika Diese Symptome plagen Ebola-Erkrankte
Ebola-Patienten in Sierra Leone (Archivbild): Fieber, Kopfschmerzen, Schwindel
Foto: AP/dpaEbola ist ein sogenanntes hämorrhagisches Fieber, weil mit der Krankheit Blutungen einhergehen können. Eine aktuelle Studie zeigt allerdings: Beim aktuellen Ausbruch in Westafrika sind solche Blutungen wohl selten.
Ärzte am Kenema Government Hospital in Sierra Leone hatten Symptome und Krankheitsverlauf von 106 in der Klinik behandelten Ebola-Patienten dokumentiert. Bei 87 von ihnen konnten die Mediziner nachverfolgen, ob die Infizierten die Krankheit überlebten oder nicht. Die übrigen 19 Betroffenen oder deren Angehörige konnten die Ärzte aus verschiedenen Gründen nicht mehr erreichen. Alle Ebola-Fälle wurden durch Blutuntersuchungen bestätigt.
Meist betrugt die Inkubationszeit sechs bis zwölf Tage, berichtet das internationale Team von Ärzten und Forschern im "New England Journal of Medicine" . Zwischen dem Einsetzen der ersten Symptome (ab diesem Zeitpunkt sind die Menschen ansteckend) und der Aufnahme ins Krankenhaus lagen im Schnitt noch einmal knapp sechs Tage. Die Todesfälle ereigneten sich meist knapp zehn Tage nach dem Beginn der Krankheit.
Fieber, Schwindel, Durchfall
Bei der Einlieferung ins Krankenhaus hatten fast alle Ebola-Patienten (89 Prozent) Fieber. 80 Prozent litten unter Kopfschmerzen, zwei Drittel unter Schwäche, 60 Prozent unter Schwindel. 51 Prozent hatten Durchfall und 40 Prozent Bauchschmerzen. Einen entzündeten Hals hatten 34 Prozent. Ebenso viele Betroffene litten unter Übelkeit und Erbrechen. 31 Prozent hatten zudem eine Bindehautentzündung des Auges. Blutungen habe man dagegen nur bei einem einzigen Patienten beobachtet.
74 Prozent der Patienten überlebten das Ebolafieber nicht, schreiben die Forscher. Unter 21-Jährige hatten allerdings deutlich bessere Überlebenschancen: In dieser Altersgruppe starben 57 Prozent der Patienten. Bei den über 45-Jährigen starben dagegen 94 Prozent.
Alle Patienten erhielten während des Klinikaufenthalts Infusionen. Die allermeisten wurden zudem mit Antibiotika behandelt, um zu verhindern, dass sie sich in ihrem extrem geschwächten Zustand eine bakterielle Infektion zuziehen. Das Ärzteteam des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf hatte berichtet, dass der dort behandelte Patient eine von Bakterien verursachte Blutvergiftung entwickelt hatte. Der Mann konnte nur mithilfe intensivmedizinsicher Behandlungsmöglichkeiten gerettet werden.