Ebola: Patient auf Isolierstation in Leipzig ist tot - DER SPIEGEL
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Behandlung auf Isolierstation Ebola-Patient in Leipzig gestorben

Er ist der erste Ebola-Tote in Deutschland: In der Nacht zu Dienstag ist ein 56-jähriger Uno-Mitarbeiter der Infektion erlegen. Er war zur Behandlung auf einer Isolierstation in Leipzig.
Behandlung auf Isolierstation: Ebola-Patient in Leipzig gestorben
Behandlung auf Isolierstation: Ebola-Patient in Leipzig gestorben

Behandlung auf Isolierstation: Ebola-Patient in Leipzig gestorben

Foto: Peter Endig/ dpa
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Leipzig - Der in einem Leipziger Krankenhaus behandelte Ebola-Patient aus Afrika ist tot. Der 56 Jahre alte Uno-Mitarbeiter sei in der Nacht zum Dienstag gestorben, teilte das Klinikum St. Georg mit. Der Mann war vergangenen Donnerstag mit einem Spezialflugzeug von Liberia aus nach Leipzig geflogen und seitdem dort versorgt worden. Die Ärzte hatten seinen Zustand bei seinem Eintreffen als "hochgradig kritisch, wenngleich stabil" bezeichnet.

"Trotz intensivmedizinischer Maßnahmen und höchster Anstrengungen des medizinischen Personals" sei der Patient der schweren Infektionskrankheit erlegen, heißt es in einer kurzen Erklärung des Krankenhauses. Der Mann aus dem Sudan war der dritte Ebola-Patient, der während der aktuellen Epidemie in Deutschland behandelt wird. Einer wird noch in Frankfurt am Main behandelt, ein weiterer war nach fünf Wochen Behandlung gesund aus einer Hamburger Klinik entlassen worden.

Der gestorbene Uno-Mitarbeiter soll nun unverzüglich eingeäschert werden. Damit greift beim Umgang mit der Leiche ein festgelegtes Verfahren. Wer an Ebola-Fieber stirbt, wird demnach desinfiziert, in eine flüssigkeitsdichte Plastikhülle gelegt und in einem speziell präparierten Sarg aufbewahrt. Die Maßnahmen seien vom Robert Koch-Institut (RKI) vorgegeben, sagte ein Sprecher des sächsischen Gesundheitsministeriums.

Der Sarg muss in einem separaten und gesicherten Kühlraum stehen und gekennzeichnet sein. Die Bestatter werden über das Infektionsrisiko aufgeklärt, das beim ungeschützten Umgang mit der Leiche entstehen würde. Wurden Leichnam und Sarg jedoch entsprechend desinfiziert, sind für die Bestatter keine besonderen Schutzmaßnahmen erforderlich

Für die Einäscherung sei die Stadt Leipzig zuständig, sagte ein Stadt-Sprecher. Allerdings sei der Mann Muslim. "Das macht es nicht leichter, weil der Islam eine Feuerbestattung nicht vorsieht", sagte der Sprecher. Allerdings gehe in diesem Extremfall die Sicherheit vor.

70 bis 80 Prozent der Infizierten sterben

Noch existiert kein Medikament, das für die Behandlung von Ebola-Kranken zugelassen ist. Stattdessen wird versucht, den Körper der Patienten möglichst zu stärken und unter anderem den von Durchfällen und Erbrechen erzeugten Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Je früher die Therapie beginnt, desto besser sind die Chancen der Patienten. Noch existieren keine gesicherten Zahlen dazu, wie tödlich das Virus ist, das derzeit in Westafrika grassiert. Schätzungen gehen jedoch davon aus, dass nur 20 bis 30 Prozent der Infizierten überleben.

Der Patient in Leipzig war - wie alle Ebola-Patienten in Deutschland - auf einer Sonderisolierstation für hochinfektiöse Krankheiten behandelt worden. Luftschleusen sichern dort, dass keine Viren nach außen dringen. Außerdem kümmern sich nur speziell geschulte Pfleger und Ärzte um die Infizierten. Damit ihre Ansteckungsgefahr so gering wie möglich ist, tragen sie bei der Behandlung Schutzanzüge, die noch vor dem Ausziehen mit Lauge abgespült werden. Für andere Patienten, Besucher oder die Öffentlichkeit bestand nach Klinikangaben in Leipzig keine Gefahr einer Ansteckung.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich bei dem aktuellen Ausbruch bislang rund 8400 Menschen mit dem Virus angesteckt, mehr als 4000 von ihnen sind gestorben. Noch ist die Epidemie in den westafrikanischen Ländern Liberia, Guinea und Sierra Leone außer Kontrolle.

VERBREITUNG VON EBOLA
Epidemie: Verbreitung von Ebola
irb/AFP/dpa