Ebola in Westafrika WHO korrigiert die Fallzahlen
Auf dem Weg ins Behandlungszentrum: Helfer des Roten Kreuzes und eine Ebola-Patientin in Patrice, Guinea
Foto: KENZO TRIBOUILLARD/ AFPGenf/Washington - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Zahl der Ebola-Opfer in Westafrika nach unten korrigiert. Nachdem die Statistiker der UN-Organisation am Wochenende für die drei am stärksten betroffenen Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea einen Anstieg um mehr als tausend auf fast 7000 Tote verzeichnet hatten, meldeten sie am Montagabend wieder rund 6000 Verstorbene.
Die Zahl von fast 7000 Toten sei zustande gekommen, weil von den Gesundheitsbehörden in Liberia irrtümlich zu viele Fälle gemeldet worden seien, hieß es zur Begründung. Am Sonntag hatte die WHO die höheren Zahlen noch auf eine rückwirkende Erfassung von Ebola-Toten in Liberia zurückgeführt.
Den nun korrigierten WHO-Zahlen zufolge wurden in Liberia, Sierra Leone und Guinea knapp 17.000 Ebola-Fälle - davon rund 6000 Todesfälle - registriert. Dabei geht die WHO weiter davon aus, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt und die wirkliche Zahl der Ebola-Opfer besonders in schwer zugänglichen Regionen höher ist. Andererseits lag nicht bei allen gemeldeten Fällen ein Nachweis für Ebola vor, sodass einige Betroffene möglicherweise andere Fieberkrankheiten hatten.
Warnung der Weltbank
Die Weltbank warnte am Dienstag vor den wirtschaftlichen Folgen für die von der Epidemie am schwersten betroffenen Ländern in Westafrika. In Sierra Leone und Guinea werde die Wirtschaft 2015 voraussichtlich schrumpfen. Vor der Krise hatte die Weltbank für Sierra Leone mit einem Wachstum von fast neun Prozent gerechnet, für Guinea von mehr als vier Prozent. In Liberia rechnet die Weltbank dagegen mit einem etwas höheren Wachstum als noch im Oktober. Das vorhergesagte Plus von drei Prozent ist aber immer noch weniger als die Hälfte des vor Ausbruch der Seuche erwarteten Wertes.
Der Pharmakonzern Merck berichtete am Dienstag gemeinsam mit dem Unternehmen NewLink Genetics von den ersten Tests des Ebola-Impfstoffs VSV-EBOV, den im ersten Schritt 34 Freiwillige erhalten haben. Es habe keine schweren Nebenwirkungen gegeben, einige der Geimpften hätten jedoch ein leichtes Fieber entwickelt.
Die ersten Tests mit dem Impfstoff cAd3-EBO waren ebenfalls vielversprechend verlaufen, hatte der Hersteller Glaxo-Smith-Kline kürzlich berichtet.