Kater-Kopfschmerzen: Was hilft wirklich? - DER SPIEGEL
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Kopfschmerzen Was hilft gegen den Kater?

Die einen schwören auf Ölsardinen, andere trinken Gurkenwasser oder schlucken vorsorglich Schmerztabletten. Was hilft gegen den Schädel am Tag nach dem Trinkgelage?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Zur Katerprävention gibt es die unterschiedlichsten Geheimrezepte, die meisten davon haben jedoch höchstens einen Placebo-Effekt. Es gibt aber auch ein paar einfache Ratschläge, die helfen können, die Kopfschmerzen einzudämmen oder ihnen gleich vorzubeugen.

Obwohl fast jeder den dröhnenden Kopf kennt, haben Wissenschaftler die Leiden nach einer durchzechten Nacht bisher kaum erforscht. Forscher vermuten als einen der Hauptgründe für einen Kater die Dehydrierung - also Wassermangel: Der Körper reagiert auf die Einnahme von Alkohol, indem er ein Vielfaches an Flüssigkeit ausscheidet. Daher kann es tatsächlich hilfreich sein, Wasser zum Alkohol zu trinken.

Ein ultimativer Anti-Kater-Tipp ist das allerdings nicht. So kamen Forscher der Universität Utrecht in einer Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2010 zu dem Schluss, dass der Grad der Dehydration nicht mit der Stärke des Katers zusammenhängt. Wer bei einem Kater viel Wasser trinkt, kann demnach zwar etwas gegen die Folgen der Dehydrierung tun, zu denen Durst und leichte Kopfschmerzen gehören. Ein Wundermittel gegen den Kater ist das Wassertrinken aber wahrscheinlich nicht.

Steak statt Pasta

Ebenfalls richtig ist, dass niemand auf nüchternen Magen trinken sollte. Sonst führt die gut durchblutete Magen- und Darmschleimhaut im leeren Magen dazu, dass der Körper den Alkohol schneller aufnehmen kann. Wenn die Schleimhaut hingegen durch wasserabweisende Substanzen wie Fett und Öl bedeckt ist, wird die Resorption verlangsamt und der Alkoholspiegel steigt langsamer an. Dabei gilt: lieber Steak als Pasta. Das Fett dockt besser an den Magenschleimhäuten an.

Wer´s also mag, kann Ölsardinen lutschen oder Eigelb mit Olivenöl anrühren, salzen und essen. Allerdings sollte man das nicht erst - wie oft geraten - zum Frühstück tun, wenn der Kater längst da ist, sondern schon vorm Trinkgelage.

Auch die Getränkewahl ist wichtig. Wodka, Gin, Weißwein und Bier sind besser, Rotwein, Whiskey und Weinbrand schlechter, Glühwein und Bowle ebenfalls. Für Bier gilt: Weizen bereitet mehr Kopfschmerzen als Pils, Export oder Lager. Das liegt an der Menge der Fuselöle, die beim Gären entsteht.

Ob die Aspirin vor dem Schlafen etwas gegen den Schädel nach dem Aufwachen hilft, ist unter Experten umstritten. Die einen sagen so, die anderen so.

Wenn der Kopfschmerz dann doch da ist, hilft außer Aspirin tatsächlich recht wenig. In Russland gilt das Trinken von Gurkenwasser als beste Vorkehrung, in den USA ist es verbrannter Toast. Auch in Deutschland kursieren absurde Hausmitteltipps, die man getrost vergessen kann. Und ob das "Konterbier" am nächsten Morgen tatsächlich hilft, ist nicht bewiesen. Der Rollmops zum Katerfrühstück fördert immerhin den Durst und wirkt so indirekt der Dehydrierung entgegen.

Die beste Prävention vor dem Kater bleibt aber leider nur: weniger trinken.

khü