Rauchen: Drogenbeauftragte will Werbeverbot durchsetzen - DER SPIEGEL
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Rauchen Drogenbeauftragte will Werbeverbot durchsetzen

Außenwerbung für Tabakprodukte soll nach dem Willen der Drogenbeauftragten Marlene Mortler noch vor der Bundestagswahl verboten werden. Aber der Widerstand der Tabaklobby und mancher Politiker ist groß.
Ein Plakat mit Zigarettenwerbung löst sich von einer Werbewand
Ein Plakat mit Zigarettenwerbung löst sich von einer Werbewand

Ein Plakat mit Zigarettenwerbung löst sich von einer Werbewand

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/ dpa
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Riesige Plakate mit Zigarettenwerbung sollen nach dem Willen der Drogenbeauftragten der Bundesregierung komplett verboten werden. Marlene Mortler (CSU) will noch in dieser Legislaturperiode ein Außenwerbeverbot durchsetzen, das Tabakwerbung auch in Kinos stark einschränken würde. Unterstützt wird sie dabei von Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU).

"Es kann doch nicht sein", sagt Mortler, "dass wir mit einigen Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt Tabakprävention in Schulen machen, es aber gleichzeitig zulassen, dass die Unternehmen mit einem Vielfachen unseres Budgets auf dem Schulweg unserer Kinder Tabakwerbung aufstellen." Die Forschung zeige zudem, dass Tabakwerbung gerade bei Jugendlichen Wirkungen erzielt.

Freie Fahrt haben Mortler und Schmidt indes nicht: Der schon im vergangenen Frühjahr vorgelegte Gesetzentwurf wurde immer wieder auf die lange Bank geschoben, weil es innerhalb der Unionsfraktion sowie in Teilen der SPD Widerstand gibt. Auch die Werbewirtschaft und die Kommunen haben Vorbehalte gegen ein solches Verbot, fürchten sie doch um beträchtliche Einnahmeverluste.

Die Tabakindustrie nutzte das politische Hin und Her ganz offenbar, um sich neu aufzustellen. Sie legte bei der Außen- und Kinowerbung sowie bei Promotion und Sponsoring erheblich zu und steigerte die Gesamtwerbeausgaben von 2014 auf 2015 von 196 Millionen Euro auf 228 Millionen Euro. Zudem bewirbt die Industrie offenbar vermehrt die elektronische Zigarette bei Jugendlichen.

Kommt das Außenwerbeverbot für Tabak noch vor der Wahl?

"Man muss es einfach klar aussprechen: Rauchen tötet, zerstört dadurch Familien, kostet das Gesundheitssystem Unsummen und belastet unsere Unternehmen allein durch die krankheitsbedingten Arbeitsausfälle jedes Jahr mit vielen Milliarden Euro", unterstrich die Drogenbeauftragte. Denn die häufigste Todesursache bei Rauchern ist Krebs: Bei den Männern machen Krebserkrankungen 52 Prozent und bei den Frauen 41 Prozent der tabakbedingten Todesfälle aus.

Bei über 120.000 Tabaktoten und volkswirtschaftlichen Belastungen von fast 80 Milliarden Euro im Jahr müsse man alles daran setzen, dass so wenige junge Leute wie möglich mit dem Rauchen beginnen, mahnte Mortler: "Denn wie schwer man wieder davon loskommt, dürfte jeder, der, so wie ich, einmal geraucht hat, sehr genau wissen."

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Foto: ARIS MESSINIS/ AFP

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hei/dpa