Verletzung von Marco Reus So behandelt man einen Syndesmose-Riss
Seit Freitagabend muss sich Fußballdeutschland mit einem bislang wenig bekannten Band innerhalb des Sprunggelenks vertraut machen: der Syndesmose. Im Freundschaftsspiel gegen Armenien hat Nationalspieler Marco Reus einen Teilriss der vorderen Syndesmose oberhalb des linken Sprunggelenks erlitten, nach dem er beim Laufduell mit Artur Jedigarjan umgeknickt war. Wie jetzt bekannt wurde, wird Reus wegen der Verletzung die Weltmeisterschaft in Brasilien verpassen.
Medizinisch ist eine (Teil-)Ruptur der Syndesmose eine heikle Verletzung. Das Schienbein und das Wadenbein bilden die knöcherne Gabel für das Sprunggelenk. Die beiden Knochen werden mit zwei Bändern festgehalten, der Syndesmose. Der vordere Teil dieser Halterung ist bei Reus teilweise gerissen. Wenn eine Belastung erfolgt, werden die beiden Knochen auseinandergedrückt. Das verursacht Schmerzen und schränkt die Stabilität so stark ein, dass man keinen Sport mehr treiben kann.
Verletzungen der Syndesmose werden in der Regel durch Entlasten und Ruhigstellen, mit Schiene oder Gips, behandelt. Vom Ruhigstellen steift das Gelenk schnell ein, deshalb muss der verletzte Sportler schnell wieder funktionell belasten. Bei einem vollständigen Syndesmosen-Riss wird eine Operation nötig. Die Belastungsaufnahme in einem speziellen Gehschuh ist dann frühestens nach zwei bis vier Wochen möglich.
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Das Wort Syndesmose stammt aus dem Griechischen, es ist eine Zusammensetzung der Begriffe "syn" (zusammen) und "desmos" (Band). Die deutsche Entsprechung lautet "Bandhaft". Die Syndesmose gehört zu den bindegewebigen Knochenverbindungen (Articulationes fibrosae). Sie ist auch zwischen Schien- und Wadenbein und im Unterarm zwischen Elle und Speiche zu finden.