Studie zu Stadtrad-Angeboten: Radeln rettet Leben - DER SPIEGEL
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Studie zu Stadtrad-Angeboten Radeln rettet Leben

Fahrrad statt Auto: In vielen Städten gibt es günstige Leihräder, damit Menschen den Wagen stehen lassen. Wie wirkt sich das auf die Gesundheit aus? Spanische Forscher haben nun das Risiko tödlicher Unfälle gegen den Gesundheitsvorteil durchs Radfahren abgewogen.
Radfahrer in Hamburg: Neue Studie untersucht gesundheitliche Aspekte des Radelns
Radfahrer in Hamburg: Neue Studie untersucht gesundheitliche Aspekte des Radelns

Radfahrer in Hamburg: Neue Studie untersucht gesundheitliche Aspekte des Radelns

Foto: Angelika Warmuth/ dpa
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Hamburg - In vielen europäischen Städten stehen öffentliche Fahrräder, die jeder gegen relativ geringe Gebühren mieten kann. In erster Linie sollten diese Programme den Verkehr in überfüllten Innenstädten entlasten. Aber fördert es nicht auch die Gesundheit, wenn Menschen vom Auto aufs Fahrrad umsteigen?

Dieser Frage ist nun ein internationales Forscherteam nachgegangen. Die Wissenschaftler sichteten Daten aus Barcelona, wo 2007 das Programm "Bicing" startete. In ihrer im "British Medical Journal"  veröffentlichten Studie kommen die Experten zu dem Schluss, dass in der Stadt jedes Jahr statistisch zwölf Todesfälle durch das Radfahr-Programm vermieden werden.

Außerdem würden gut 9000 Tonnen Kohlendioxid weniger ausgestoßen, berichten David Rojas-Rueda vom Center for Research in Environmental Epidemiology in Barcelona und seine Kollegen. "Bicing" hatte im August 2009 knapp 182.000 Nutzer, das entsprach rund elf Prozent der Einwohner der katalanischen Stadt.

Die Wissenschaftler beachteten vor allem drei Aspekte:

  • Wie viele Menschen sterben jährlich infolge höherer Feinstaub-Belastung, weil sie vom Auto aufs Rad umsteigen?
  • Wie viele Menschen sterben pro Jahr durch einen Unfall beim Radfahren?
  • Wie viele Todesfälle werden jährlich vermieden, weil die Menschen körperlich aktiver waren?

Die Forscher gingen davon aus, dass rund 28.000 Einwohner regelmäßig "Bicing"-Räder nutzten und dass die meisten von ihnen auf dem Rad Strecken zurücklegten, die sie sonst mit dem Auto gefahren wären. Die Durchschnittstour unter der Woche dauerte rund 14 Minuten und war 3,3 Kilometer lang. Am Wochenende legten die Radfahrer auf einer Tour im Schnitt 4,2 Kilometer in knapp 18 Minuten zurück.

Ein Radfahrer, der dieselbe Strecke wie ein Autofahrer zurücklegt, atmet dabei mehr Feinstaub ein - das wussten die Wissenschaftler aus älteren Untersuchungen. Ebenso kannten sie Feinstaub-Werte in verschiedenen Gebieten von Barcelona. Laut der Berechnung der Forscher erhöht sich die Sterblichkeit dadurch jedoch nur geringfügig - weil Autofahren nur unwesentlich weniger gefährlich ist.

Auf der anderen Seite würden die Menschen, die aufs Rad umsteigen, ihre Lebensdauer erhöhen - und zwar so sehr, dass dadurch in Barcelona pro Jahr statistisch 12,46 Todesfälle vermieden würden.

Die gesundheitlichen Vorteile der körperlichen Aktivität beim Radfahren im Rahmen von "Bicing" seien groß - verglichen mit den Risiken durch Luftverschmutzung und Verkehrsunfälle, schließen die Forscher. Bei den Vor- und Nachteilen des Radfahrens lassen sich allerdings noch viele weitere Aspekte einbeziehen, das merken auch die Forscher selbst in ihrer Studie an.

wbr

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