Öko-Katastrophe "Alles Leben ausgerottet"
Ein Dammbruch in einer rumänischen Mine führt zur größten europäischen Öko-Katastrophe seit Tschernobyl. Mehr als 100 000 Kubikmeter einer hochtoxischen, mit Schwermetallen versetzten Zyanid-Lauge ergießen sich in den nahen Fluss Szamos und von dort in diverse südosteuropäische Flüsse, wo "praktisch alles Leben ausgerottet wird". Hunderte Tonnen toter Fische Wels, Zander, Barsch, Brassen und etliche geschützte Arten werden aus den verseuchten Gewässern geborgen und als Sondermüll entsorgt. Seeadler, Reiher und Kormorane verenden, Fischotter ersticken in der Giftbrühe. Die "Donau ist weiß von toten Fischbäuchen", melden Anwohner, die Theiß sei "gestorben".
Verantwortlich für das Massensterben ist das australisch-rumänische Unternehmen Aurul, das in Baia Mare, am Fuße der Karpaten, Gold und Silber aus der Erde wäscht mit Hilfe einer Zyanid-Lauge, die nach Gebrauch in einem maroden Auffangbecken gespeichert wird. Aurul ignorierte dabei gängige Umwelt- und Sicherheitsnormen. Im Sommer etwa verdunstete das Gift als Blausäure und verseuchte systematisch die Bewohner der umliegenden Ortschaften, ohne dass die Behörden einschritten. Baia Mare gilt als eine der verrottetsten Industrieregionen der Welt. "Wir leben", sagt ein Mediziner, "in einem Dreieck des Todes und werden langsam vergiftet."