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Foto: DPA

Vera Brühne


VERA BRÜHNE, 91. Der Kriminalfall erschüttert die aufstrebende Adenauer-Republik in ihren moralischen Grundfesten: Im April 1960 werden in seiner Villa am Starnberger See der Arzt Otto Praun und seine Haushälterin Elfriede Kloo erschossen aufgefunden. In dringendem Tatverdacht steht eine charakterlich höchst suspekte Blondine: Vera Brühne, die mondäne Konkubine des Mediziners und Erbin eines Praun-Anwesens in Spanien. Entsprechend urteilt das Münchner Schwurgericht: Schuldig sind Brühne und ihr langjähriger Geliebter Johann Ferbach. Als belastend notiert der Staatsanwalt, die Angeklagte habe "mit mehreren Männern in intimen Beziehungen" gestanden. Brühnes verzweifelte Unschuldsbeteuerungen finden kein Gehör. Erst Jahre später wird ruchbar, dass Praun womöglich im Waffenhandel tätig war und von Auftragskillern ermordet worden sein könnte. Vera Brühne wird nach 17 Jahren begnadigt. Am 17. April stirbt sie in einem Münchner Krankenhaus.