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Foto: DPA

Anthony Quinn


ANTHONY QUINN, 86. Er hat fast alle Machos gespielt, die Hollywood zu bieten hatte – Banditen, Piraten und einen berüchtigten Tankerkönig, Salonlöwen, Gauner und Latin Lover. Aber selten wohl ist ein Schauspieler so mit einer einzigen Rolle identifiziert worden wie der Kraftkerl Quinn mit dem kretischen Sirtaki-Berserker "Alexis Sorbas". Quinn kam von Mexiko aus ärmlichem Elternhaus nach Hollywood und spielte zunächst kleine Exotenrollen, in denen er "nie ein Mädchen kriegte". In den fünfziger Jahren aber ging es zügig aufwärts. In Fellinis "La Strada" spielte er den Gaukler Zampano, als buckliger Schutzpatron von Gina Lollobrigida rührte er das Publikum im "Glöckner von Notre Dame". Für "Viva Zapata" erhielt er 1952 einen Oscar. Quinn war häufig als emsiger Frauenheld in den Schlagzeilen, mit 80 zeugte er sein letztes Kind. Von sich selbst sagte er: "Ich habe eigentlich die Wünsche des kleinen Kindes in mir meistens erfüllen können." Der große Zampano starb am 3. Juni in Boston.