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Giuseppe Sinopoli
| GIUSEPPE SINOPOLI, 54. Er war, wie er selbst sagte, "stets an der radikalen Betrachtungsweise menschlicher Existenz" interessiert. Wohl deshalb studierte der Älteste von zehn Geschwistern neben der Musik auch Medizin und später sogar Psychiatrie und Kriminalanthropologie. Nachdem der geborene Venezianer zum Dr. med. promoviert hatte, entschied er sich Anfang der achtziger Jahre immer mehr fürs Dirigieren. Sinopoli, in der Avantgarde ebenso zu Hause wie bei Richard Strauss, Wagner, Verdi und Puccini, wurde allenthalben als sensibler Analytiker komplexer Klangwelten geschätzt. Der Chefdirigent der Dresdner Staatskapelle, der auch als Autor tätig war ("Parsifal in Venedig"), starb am 20. April, nachdem er im dritten Akt von Verdis "Aida" im Orchestergraben der Deutschen Oper Berlin einen Herzinfarkt erlitten hatte. |