Artikel
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Ken Kesey
| KEN KESEY, 66. Er war ein Freak, ein LSD-Liebhaber, ein Guru für die Beatnik- und Hippiebewegung Amerikas in den sechziger Jahren. Seine ersten Drogenerfahrungen sammelte er ganz offiziell, unter wissenschaftlicher Aufsicht während eines staatlichen Testprogramms über die Wirkung halluzinogener Drogen. Kesey, der später als "Chief Prankster" (etwa: Oberwitzbold) mit anderen Hippiegrößen in einem schrillen Bus durch die USA tourte, geriet in den Bann der kleinen Pillen und später in Konflikt mit dem Betäubungsmittelgesetz. Mit seinem Erstlingswerk "Einer flog über das Kuckucksnest", in dem ein Irrenhaus die Welt symbolisiert und die erwachende Renitenz der Insassen gegen dumpfe Autorität den Nerv der Zeit traf, landete der damals 26-Jährige einen Riesenerfolg. Weltberühmt wurde sein Werk durch die Oscar-gekrönte Verfilmung von Milos Forman mit Jack Nicholson 1975. Kesey konnte den Film nicht ausstehen. In den letzten Jahren war es ruhig geworden um den Mann, der sein Leben selbst als Kunstwerk verstanden wissen wollte. Ken Kesey starb am 10. November in Eugene (Oregon) an Krebs. |