Hausmitteilung 2003 - DER SPIEGEL
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Hausmitteilung 2003

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Der Krieg

der Supermacht USA gegen den islamistischen Terror und den "Schurkenstaat" Irak ist auch in der Jahres-Chronik 2003 das beherrschende Thema. In drei Beiträgen haben sich SPIEGEL-Redakteure mit diesem mörderischen Dauerkonflikt beschäftigt. Jochen Bölsche beschreibt, wie eine Clique neokonservativer Ideologen eine politische Neuordnung der Ölregion Nahost anstrebt und den Sturm auf Bagdad vorbereitet hat. Den "Blitzkrieg in der Wüste" rekonstruiert Siegesmund von Ilsemann (Seite 68), und Siegfried Kogelfranz, der schon den Golfkrieg 1991 als Reporter miterlebte, analysiert die innenpolitischen Folgen des Terrorkampfs für die USA: "Lügen, Tricks und Größenwahn".

Der Härtetest für Schröder beginnt im Frühling mit der Vorlage der "Agenda 2010", die endlich die notwendigen Reformen des Gesundheitswesens und der Rentenversicherung in Gang bringen und die träge Republik von verkrusteten Strukturen befreien soll. Die Reformen freilich gehen Gewerkschaften total auf den Geist, die Sozialdemokraten fürchten um ihre Seele, und die CDU/CSU-Opposition wittert die Chance, den schwächelnden Kanzler zu stürzen - die verwirrten Deutschen freilich verstehen bei all diesen Wortgefechten gar nichts mehr und wundern sich über das Tohuwabohu, das über ihre Heimat hereingebrochen ist. SPIEGEL-Autor Thomas Tuma fasst das ganze Elend zusammen und beschreibt eine Republik, in der selbst das Chaos perfekt verwaltet wird.

Das Kontrastprogramm zur Talfahrt der SPD liefert im September die CSU, die bei den Landtagswahlen einen triumphalen Sieg verbucht und mit Zweidrittelmehrheit regiert. Warum das Stoiber-Team so unschlagbar ist, haben Angela Gatterburg und Peter Stolle im Gespräch mit dem Kabarettisten und Erzbayern Ottfried Fischer erkundet - "die bayerische Leidenschaft für die CSU ist ein hoffnungsloser Fall von Eigenliebe". Im Spätsommer überrascht das deutsche Fernsehen seine Kundschaft mit einem neuen Programmtyp: Die "Ostalgie"-Shows kommen in Mode, TV-Erinnerungen an die DDR. Die Schriftstellerin Jana Hensel, die einen Bestseller ("Zonenkinder") über ostdeutsche Jugendliche schrieb, hat die DDR-Debatte kritisch verfolgt und betrachtet sie als "großes Ärgernis". Einen sehr persönlichen Jahresrückblick hat ein Berliner Literatur-Schelm für dieses Heft beigesteuert: "Russendisko"-Autor Wladimir Kaminer schildert, wie man vom Prenzlauer Berg auf Krisen und Reformstau blickt.

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