Fernsehen: Sex, Quatsch und Lügen - DER SPIEGEL
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Fernsehen Sex, Quatsch und Lügen

Vor 30 Jahren begann im deutschen Fernsehen der Siegeszug der Talkshows.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die neue, fremdartige Sendung hieß "Je später der Abend", und das deutsche Fernsehvolk blickte doch eher reserviert auf diese Sendegattung, die aus Amerika stammte und den seltsamen Namen "Talkshow" trug. Auch der Moderator Dietmar Schönherr rätselte: "Wir wissen nicht genau, was das ist, wir vermuten eine große Rederei": So begann 1973 ein endloses Palaver im deutschen Fernsehen, die flächendeckende Vollversorgung deutscher TV-Zuschauer mit Schwatzbuden. Die Talkshow, billig in der Herstellung, machte eine sensationelle Karriere. Jede TV-Anstalt legte sich einen Studiotalk zu. Radio Bremen startete sein legendäres "III nach Neun", der NDR die "NDR Talk Show", das ZDF schwatzte in der "Alten Oper", die Kommerzfunker schlossen in den achtziger Jahren auf mit einem "Heißen Stuhl", später mit Schmuddeleien à la "Bärbel Schäfer". Talkshows lieferten Gesprächsstoff für die ganze Nation. Sie wurden zum Spiegel der Gesellschaft, ihrer Tugenden, Laster und ihrer Tabus. Exhibitionisten und Prostituierte strebten ebenso selbstverständlich in die Studios wie werbetreibende Selbstdarsteller aus Politik und Showbusiness. Um Information und Aufklärung ging es selten. "Lügen tun sie alle, wirklich alle", resümierte ein Talkshow-Experte. Zur Erinnerung eine Auswahl bemerkenswerter Auftritte aus 30 Jahren Talkshow-Geschichte:

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Foto: ARD