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| Carl Amery, 83. |
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Er hatte bis zuletzt Gespür für aktuelle Themen: "Briefe an den Reichtum" heißt sein letztes Buch über die Geldvermögen im "Herzen der Finsternis" des modernen Kapitalismus. Der Sohn eines Münchner Historikers und Theologen, geboren als Christian Anton Mayer, war als "Linkskatholik" und "konservativer Rebell" einer der streitbarsten Publizisten der Republik. Der Dramaturg und Redakteur, zeitweilige Leiter der Städtischen Bibliotheken in München, Mitglied der "Gruppe 47" sowie späterer Präsident des deutschen PEN-Zentrums, verließ 1974 die SPD und engagierte sich als Gründungsmitglied bei den Grünen. Der phantasiebegabte Autor, der die Gabe hatte, Geschichte umzudenken, verlor trotz beißender Gesellschaftskritik an Atomrüstung, Amtskirche oder Umweltzerstörung nie die Lust am bayerischen Lebensstil. "Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, wenn er weiß, dass er es nicht ist", beschrieb er seine Freundschaft mit dem Leben. Carl Amery starb am 24. Mai in München.
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