Artikel
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
| Wim Duisenberg, 70. |
|
|
|
Seinen Ruf als Verfechter einer stabilen Währung hatte sich der friesische Ökonomieprofessor als Präsident der niederländischen Zentralbank erworben. Während der Plan einer gemeinsamen europäischen Währung Gestalt annahm, imitierte Duisenberg die strikte Stabilitätspolitik der Deutschen Bundesbank und machte den Gulden ebenso hart wie die Mark. Für die Besetzung des Präsidentenpostens der neuen Europäischen Zentralbank (EZB) war der Niederländer 1998 deshalb die erste Wahl der Deutschen. Als EZB-Präsident von 1998 bis 2003 widersetzte sich der "Vater des Euro" allen Versuchen vor allem der Franzosen, politischen Einfluss auf die Geld- und Zinspolitik der Zentralbank der Europäischen Währungsunion zu nehmen. "Wir hören sie, aber wir hören nicht hin", pflegte er zu sagen, wenn Politiker Druck auf die EZB ausüben wollten. Standhaft geißelte er stattdessen die mangelnde Haushaltsdisziplin in der Euro-Zone. Die Unterschrift des ersten Präsidenten der EZB ziert Milliarden Euro-Scheine. Wim Duisenberg starb am 31. Juli auf seinem Anwesen in der Provence.
|
|
|