Bundesnachrichtendienste suchen Tausende Mitarbeiter - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Headhunter für Agenten Nachrichtendienste suchen Hunderte Mitarbeiter

970 unbesetzte Stellen beim BND, mehr als 1000 freie Jobs beim Bundesamt für Verfassungsschutz: Die Nachrichtendienste klagen über Personalmangel. Externe Headhunter sollen helfen.
BND-Zentrale in Berlin
BND-Zentrale in Berlin

BND-Zentrale in Berlin

Foto: Michael Kappeler / dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die großen Nachrichtendienste des Bundes kommen mit der Besetzung offener Stellen nicht hinterher. Beim Bundesnachrichtendienst waren Ende August fast 970 Planstellen unbesetzt, wie aus internen Unterlagen des Bundesrechnungshofs hervorgeht.

Ein Grund ist, dass weniger Mitarbeiter als erwartet bereit waren, vom bisherigen Standort Pullach bei München in die neue Zentrale in Berlin-Mitte umzuziehen.

Auch beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) sind aktuell mehr als 1000 Planstellen nicht besetzt. Insbesondere fehlt es an Interessenten mit Fremdsprachenkenntnissen und Bewerbern aus den Mint-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Das BfV setzt daher auf einen für deutsche Geheimdienste unüblichen Weg: Es will externe Headhunter zur Rekrutierung neuer Agenten engagieren.

Das BfV soll bis 2021 auf fast 6000 Mitarbeiter anwachsen. Dafür werden dort rund 2900 neue Stellen geschaffen, wie im September bekannt wurde. Außerdem sollen die Abteilung Spionageabwehr, Geheim- und Sabotageschutz sowie die für Islamismus und islamistischen Terrorismus umstrukturiert und damit gestärkt werden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version der Meldung hieß es, beim Bundesamt für Verfassungsschutz seien "mehr als 7666 Planstellen" nicht besetzt. Tatsächlich handelt es sich um mehr als 1000 Stellen. Wir entschuldigen uns für diesen Flüchtigkeitsfehler.