Erfahrungen mit Flüchtlingen in der Arbeitswelt - DER SPIEGEL
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Integration von Flüchtlingen Ein langer Weg in den Job

Unternehmen wie BASF, Daimler und SAP wollen Flüchtlinge einstellen. Doch fehlende Deutschkenntnisse und ein ungeklärter Aufenthaltsstatus sind oft große Hürden.
"Brückenpraktikum" bei Daimler: Der erste Schritt zur Stelle
"Brückenpraktikum" bei Daimler: Der erste Schritt zur Stelle

"Brückenpraktikum" bei Daimler: Der erste Schritt zur Stelle

Foto: Daniel Maurer/ picture alliance / dpa
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Fünfzig Flüchtlinge nehmen seit sechs Monaten an dem "Kennenlern-Programm" des Chemiekonzerns BASF teil. Es soll ihnen eine Berufsorientierung geben, sie auf den Beruf oder auf eine Ausbildung vorbereiten. Aber bislang könne noch keiner der Flüchtlinge weder ein bezahltes Praktikum oder eine Ausbildung absolvieren, noch direkt einsteigen, sagt eine Sprecherin des Unternehmens.

Der Aufenthaltsstatus der Flüchtlinge und das Arbeitsrecht seien große Hürden. Es gibt in Deutschland ein umfangreiches Regelwerk dafür, welche Flüchtlinge als Praktikanten, Leiharbeiter oder feste Mitarbeiter angestellt werden dürfen. Ob sie arbeiten können, hängt stark von ihrem Aufenthaltsstatus ab.

Auch Sprachkenntnisse seien ein Problem, sagt die Sprecherin. Die neuen Mitarbeiter sollen erst in der Lage sein, die Sicherheitsvorschriften des Konzerns auch auf Deutsch zu verstehen. BASF plant derzeit noch nicht, eine weitere Gruppe von Flüchtlingen aufzunehmen.

Ein Flüchtling aus Syrien arbeitet beim Daimler-Konzern in Esslingen-Mettingen

Ein Flüchtling aus Syrien arbeitet beim Daimler-Konzern in Esslingen-Mettingen

Foto: Daniel Maurer/ dpa

Beim Autobauer Daimler dagegen will man bis zum Sommer noch 300 weitere Praktikanten einstellen. Denn die Erfahrungen mit den 40 Flüchtlingen, die seit dem Herbst als "Brückenpraktikanten" bei dem Konzern arbeiten, sind gut. Fast alle hätten nach dem 14-wöchigen Programm einen Job angeboten bekommen, sagt ein Konzernsprecher. Manche bei Zeitarbeitsfirmen, andere bei Mittelständlern. Zwei Flüchtlinge sollen eine Ausbildung bei Daimler beginnen.

Der Softwarekonzern SAP versucht seit vergangenem Jahr, hundert Flüchtlingen mit technischem Grundwissen einen Praktikumsplatz zu vermitteln. Sie sollen allerdings bereits einen Hochschulabschluss oder vergleichbare Qualifizierungen mitbringen. Bislang erhielten allerdings nur rund 40 von 150 Bewerbern eine Zusage.

Auch die Deutsche Bahn setzt auf die Kompetenzen der Flüchtlinge: 15 berufserfahrene Flüchtlinge mit Erfahrung im Bereich Elektrotechnik bildet das Unternehmen seit November zu Elektronikern im Betriebsdienst aus. Das Programm dauert nur 28 statt sonst 42 Monate. Die ersten Erfahrungen seien gut, sagte ein Sprecherin. Deshalb will die Bahn das Programm für andere Berufe ausbauen, zum Beispiel Gleisbauer.

"Unterm Strich kommt dabei wenig raus"

Beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) sieht man diese Initiativen positiv. Annelie Buntenbach vom DGB-Vorstand hält Praktika für einen guten Berufseinstieg, weil Flüchtlinge und Firmen dadurch in Kontakt kämen. Allerdings dürften die Flüchtlinge beim Lohn nicht schlechter gestellt werden, mahnt die Gewerkschafterin. Die Organisation Pro Asyl reagiert skeptischer: "Unterm Strich kommt dabei wenig raus", sagt der stellvertretende Geschäftsführer Bernd Mesovic.

Bundesagentur für Arbeit findet, es müsse noch viel getan werden, um Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. "Die Masse kommt erst im zweiten Quartal und im zweiten Halbjahr auf uns zu", sagt ein Sprecher. Die Behörde rechnet damit, dass Mitte des Jahres 130.000 Flüchtlinge als arbeitssuchend gemeldet sind, genaue Prognosen seien nicht möglich. Der Arbeitsmarkt könne theoretisch 350.000 Menschen aufnehmen. Den Fachkräftemangel, der vor allem in der Industrie und der IT-Branche drohe, könnten Flüchtlinge aber wohl erst langfristig lindern.

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fok/dpa/Nikolai Huland