Euro-Krise trifft ein Viertel der Belegschaften - DER SPIEGEL
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Halbjahres-Prognose Euro-Krise trifft ein Viertel der Belegschaften

Wohin zieht es arbeitssuchende Menschen aus den EU-Krisenstaaten? Nach Deutschland schon mal nicht: Das zeigt eine exklusive Umfrage des Forschungsinstitut Ifo unter deutschen Chefs und Personalleitern. Die erwarteten Anstürme der Griechen, Portugiesen oder Spanier bleiben hierzulande aus.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Griechenland und Spanien haben jeweils eine Arbeitslosenquote von derzeit etwa 27 Prozent, in Portugal sind gut 16 Prozent der Erwerbsfähigen ohne Arbeit, wesentlich besser schaut es in den restlichen der sogenannten GIIPS-Staaten (Griechenland, Irland, Italien, Portugal, Spanien) nicht aus.

Dennoch gehen hierzulande kaum Bewerbungen aus den Krisenländern ein - obwohl jeder EU-Bürger jederzeit in einem anderen EU-Land arbeiten darf.

Das geht aus einer Umfrage des Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo und der Leiharbeitsfirma Randstad hervor, deren Ergebnis dem KarriereSPIEGEL exklusiv vorliegt. Dazu wurden rund 1000 Führungskräfte in deutschen Unternehmen befragt, die mit der Personalplanung betraut sind.

Die meisten der Befragten Unternehmen gaben an, keine Bewerbungen von Menschen aus den oben gennanten Ländern bekommen zu haben: Lediglich 21 Prozet der personalleiter gaben an, Bewerbungen aus Spanien erhalten zuhaben, gefolgt von Griechenland (15 Prozent), Italien (14 Prozent) und Portugal (14 Prozent). Nur acht Prozent der Teilnehmer registrierten irischen Bewerber.

Ein Grund mag sein, dass viele deutsche Unternehmen im Ausland nicht bekannt sind: Knapp die Hälfte aller Kontakte zu spansichen Bewerbern hatten Betriebe, die 250 oder mehr Mitarbeiter beschäftigen. Garnicht gefragt bei den Spaniern ist der Studie zufolge der Handel und sehr kleine Betriebe mit bis zu 49 Mitarbeitern.

Doch das bislang schleppende Interesse ascheint auf gegenseitigkeit zu beruhen: Nur ein Bruchteil der firmen (4,3 Prozent) bestätigte, sich aktiv nach Bewerbern aus den GIIPS-Staaten zu bemühen.

Die Umfrage wurde im Rahmen der vierteljährlichen Flexindex-Erhebung durchgeführt. Dabei möchten Ifo und Randstad wissen, wie sich der Einsatz von Instrumenten zur flexiblen Gestaltung von Arbeit entwickelt, zum Beispiel Überstunden, Arbeitszeitkonten, Fristverträge, Minijobs oder Zeitarbeit.

Im ersten Quartal 2013 fiel auf, dass die größte Bedeutung aller Maßnahmen dabei das Arbeitszeitkonto hat:

Arbeitszeitkonten gleiten unregelmäßige Arbeitszeiten aus, zum Beispiel bei Schichtarbeit, saisonaler Abweichung oder Gleitzeit. Bilanziert wird meist am Ende des Monats oder des Jahres, dann sollte idealerweise das Konto ausgeglichen sein.

mamk