Dresscode in Großbritannien Parlament prangert Kleidervorschriften für Frauen an
Managerin und Kollegen (Archivbild)
Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpaIn einem Report für die Abgeordneten des britischen Unterhauses werden die diskriminierenden Kleidervorschriften britischer Unternehmen aufgelistet: Schuhe müssen hohe Absätze haben, die Haare dürfen nur im selben Ton nachgefärbt werden. In einigen Unternehmen wurde von Frauen sogar verlangt, dass sie mehr Make-up und freizügige Kleidung tragen sollten.
Andere Mitarbeiterinnen mussten ihre Haare blond färben und durften Nagellack nur in bestimmten Farben benutzen. Auf der Verbotsliste standen unter anderem lange Ohrringe, sichtbare Tattoos und Modeschmuck, heißt es in dem Bericht .
Anlass für den Report war die Kündigung der 27-jährigen Nicola Thorp im Dezember 2015. Sie hatte sich geweigert, neun Stunden mit High Heels am Empfang einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu stehen. Fünf bis zehn Zentimeter hohe Absätze hatte das Unternehmen vorgeschrieben - eine Vorschrift, der sich Thorp nicht beugen wollte, woraufhin das Unternehmen sie feuerte.
"Schmerzen und Langzeitschäden"
Der Vorfall sorgte für Empörung. Nicola Thorp startete eine Petition zur Beseitigung "veralteter und sexistischer" Dresscodes , die von 152.000 Menschen unterschrieben wurde und die zu dem nun vorliegenden Bericht des Petitionsausschusses und des Ausschusses für Frauen und Gleichstellung führte. "Hunderte Frauen" hätten von "Schmerzen und Langzeitschäden" an den Füßen wegen der High-Heels-Pflicht am Arbeitsplatz berichtet, heißt es darin.
In Großbritannien dürfen Arbeitgeber weiblichen und männlichen Angestellten unterschiedliche Kleiderordnungen vorschreiben, solange ein "gleiches Maß an Eleganz" verlangt wird. Der am Mittwoch veröffentlichte Report fordert nun, dass die Frauen besser vor Diskriminierung geschützt werden.