Grüne fordern Mindesthonorar für Selbstständige - DER SPIEGEL
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Lohndumping Grüne fordern Mindesthonorar für Selbstständige

Der Mindestlohn soll für soziale Gerechtigkeit sorgen. Aber viele Arbeitgeber umgehen ihn, indem sie Mitarbeiter in die Scheinselbstständigkeit drängen. Die Grünen fordern deshalb ein Mindesthonorar für Solo-Unternehmer.
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Svenja Hofert ist Karriere- und Managementcoach  und hat mehr als 35 Bücher geschrieben, unter anderem "Agiler Führen" und "Karriere mit System".

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Die gleiche Arbeit, aber weniger Geld: Mit Dienst- oder Werkverträgen versuchen Arbeitgeber, den Mindestlohn zu unterlaufen. Etwa ein Viertel der Solo-Selbstständigen, also Unternehmer ohne Angestellte, kommt auf einen Bruttostundenlohn, der unter 8,50 Euro liegt, hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung errechnet. Die Grünen fordern deshalb jetzt ein Mindesthonorar für Selbstständige. Damit solle verhindert werden, dass aus Arbeitnehmern zum Schein Selbstständige würden, heißt es in einem Positionspapier der Wirtschafts- und Sozialpolitiker der Partei.

Selbstständige dürften nicht zu Verlierern der digitalen Revolution am Arbeitsmarkt werden, sagte Kerstin Andreae, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Dazu brauchen wir ein neues Tarifvertragsgesetz, das Mindestarbeitsbedingungen und faire Honorare für Selbstständige mit einbezieht."

Arbeitgeber sollen sich nach Wunsch der Grünen auch an den Kosten für Renten- und Krankenversicherung von Selbstständigen beteiligen, die für sie arbeiten. Auch Alleinunternehmer müssten sich gegen Krankheit, Arbeitslosigkeit und für das Alter absichern können, heißt es in dem Positionspapier: "Deshalb prüfen wir, inwiefern sich die Auftraggeber von Selbstständigen künftig an der Finanzierung der Sozialversicherungsbeiträge beteiligen sollten." Die Summe könne wie die Mehrwertsteuer auf der Rechnung ausgewiesen werden.

vet/AFP