Immobilienverbände fordern Werkswohnungen - DER SPIEGEL
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Zu hohe Mietpreise Immobilienverbände fordern neue Werkswohnungen

Viele Großstädter können sich Mieten in der Innenstadt nicht mehr leisten. Die Immobilienbranche fordert deshalb Firmen zum Bau von Mitarbeiterwohnungen auf. So könnten sie Angestellte an sich binden.
Neubausiedlung in München
Neubausiedlung in München

Neubausiedlung in München

Foto: Peter Kneffel/ picture alliance / dpa
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In Großstädten und Ballungsräumen wird es immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Deshalb sind jetzt die Arbeitgeber gefragt: Sie könnten Mitarbeiter an sich binden, indem sie für sie eigene Wohnungen bauen. Das meinen zumindest mehrere Bau- und Immobilienverbände.

Sie haben bei dem Berliner Forschungsinstitut RegioKontext eine Studie zum "Comeback der Werkswohnung" in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Potenzial gibt es vor allem bei großen Arbeitgebern wie Krankenhäusern und bundes- und landeseigenen Unternehmen wie Stadtwerken.

Laut Arndt von Bodelschwingh, Leiter des Forschungsinstituts, zeichnet sich bei vielen Unternehmen vom Handwerk bis zum Großkonzern schon jetzt "ein neuer Trend" ab, das früher weit verbreitete Prinzip der Werkswohnung wieder aufzunehmen. Für Unternehmen sei es "durchaus machbar", für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen. Ende der Siebzigerjahre habe es in der Bundesrepublik rund 450.000 bezahlbare Werkswohnungen gegeben.

Der Geschäftsführer des Münchner Flughafens, Michael Kerkloh, kündigte erst im November vergangenen Jahres in der "Wirtschaftswoche" an, bis zu 600 Wohnungen in Flughafennähe für seine Mitarbeiter bereitzustellen. Der Flughafen finde immer schwerer Leute für die unteren Lohngruppen, weil sich Zugezogene die Münchner Mieten kaum leisten könnten, sagte Kerkloh der Zeitung. "Wir wollen mit bezahlbaren Wohnungen dafür sorgen, dass alle Mitarbeiter von ihrem Einkommen vernünftig leben können."

Auch den Mitarbeitern der Stadtwerke München (SWM) sollen in Zukunft weitere Werkswohnungen zur Verfügung stehen. Eigentlich sollte ein altes zentral gelegenes Grundstück der SWM meistbietend an einen Investor verkauft werden. Doch der damalige Oberbürgermeister der Stadt, Christian Ude (SPD), intervenierte, um den Bau einer Luxussiedlung zu verhindern und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete.

Damit der Wohnungsmarkt flächendeckend entlastet werden kann, müsse der Staat allerdings entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, fordert Forschungsinstitutsleiter Arnt von Bodelschwingh. Dazu gehöre, dass Arbeitgeber die Möglichkeit hätten, ihren Mitarbeitern Wohnungen verbilligt zu überlassen, ohne ihnen zusätzliche Abgaben für den so entstehenden geldwerten Vorteil abzuverlangen. Auch seien Vereinfachungen im Baurecht sinnvoll, damit Firmen auf eigenen Grundstücken günstigen Wohnraum schaffen könnten.

kha/dpa/AFP

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