Tarifstreit an kommunalen Krankenhäusern Klinikärzte drohen mit Streik
Arzt bei der Blutdruckmessung (Symbolbild)
Foto: Hauke-Christian Dittrich/ picture alliance/dpaKlinik-Patienten in Deutschland drohen Streiks der Ärzte. Die Tarifverhandlungen für rund 55.000 Mediziner in über 500 kommunalen Krankenhäusern seien gescheitert, erklärte die große Tarifkommission der Ärztegewerkschaft Marburger Bund am Samstag.
Warnstreiks seien deshalb ab sofort möglich. Allerdings müssten für die Arbeitskampfmaßnahmen erst noch Vorbereitungen getroffen werden. In den kommenden Wochen könnten dann aber Operationen verlegt werden und weitere Verzögerungen für Patienten bevorstehen.
Parallel zum Warnstreik will der Marburger Bund auch eine Urabstimmung unter den Mitgliedern über reguläre Streiks vorbereiten. "Wir haben auf eine Einigung am Verhandlungstisch gesetzt, aber ein Angebot erhalten, das wir als den Versuch verstehen müssen, uns die Selbstachtung zu nehmen", sagte der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke. "Deshalb muss jetzt der Druck erhöht werden."
Es sei aber sichergestellt, dass die Notdienste in den Kliniken ausreichend besetzt seien. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Gehalt sowie Begrenzungen von Bereitschaftsdiensten, unter anderem durch mindestens zwei freie Wochenenden im Monat. Die Arbeitszeit müsse zudem manipulationsfrei erfasst werden.
Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hatte bei der dritten Verhandlungsrunde am Mittwoch ein Angebot vorgelegt, das die Ärzte als unzureichend abgelehnt hatten. Beim Gehalt hätten die Arbeitgeber nur 1,4 Prozent mehr Lohn für 2019 und 0,83 Prozent für 2020 angeboten.