Auch ausbildungsstarke Berufe betroffen Leere Lehrstellen
Der Fachkräftemangel treibt Firmen dazu, viel auszubilden – aber es werden längst nicht alle Lehrstellen besetzt. Auch in Berufen mit einem besonders hohen Anteil an Azubis bleiben etliche Ausbildungsplätze frei. Das geht aus einer Auswertung des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln hervor, über die zunächst die »Rheinische Post« berichtete. In den Bereichen Kältetechnik, Hotelservice oder Zimmerei blieb im vergangenen Jahr etwa rund jede sechste Ausbildungsstelle unbesetzt – und das, obwohl diese Berufe zu jenen zehn gehören, in denen besonders viel ausgebildet wird. Der Fachkräftebedarf ist dort derzeit sehr hoch.
Softwareentwickler führen die Rangliste an: Auf 100 Beschäftigte kamen im vergangenen Jahr der Auswertung zufolge rund 33 Auszubildende. Trotzdem lag der Anteil der unbesetzten Lehrstellen bei rund acht Prozent. Für die Auswertung hat das Institut der Deutschen Wirtschaft sowohl die eigene Fachkräftedatenbank genutzt sowie Sonderauswertungen der Arbeitsagentur und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung herangezogen. Es wurden Berufe mit mindestens 10.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Zeitraum Juli 2022 bis Juni 2023 betrachtet.
Unterdessen steigt in den sogenannten Engpassberufen, in denen besonders dringend Fachkräfte gesucht werden, die Zahl ausländischer Auszubildender . Im Jahr 2022 kamen rund 55.000 ausländische Auszubildende nach Deutschland. 2013 waren es noch 33.500, wie eine Studie vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (Kofa) am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) jüngst zeigte. Insgesamt machten ausländische Jugendliche 2022 rund zwölf Prozent aller Ausbildungsanfänger in Deutschland aus – Tendenz steigend.
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Um zukünftig noch mehr potenzielle Mitarbeitende nach Deutschland zu locken, gibt es das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das seit November 2023 sukzessive in Kraft tritt. Es soll unter anderem Menschen aus dem Nicht-EU-Ausland die Suche nach einem Ausbildungsplatz in Deutschland erleichtern. So wurde etwa die Mindestanforderung an die Sprachkenntnisse abgesenkt, dazu können mögliche Bewerber bis zu neun Monate vor Ort nach einer Stelle suchen.