Mitarbeiter-Angebote: Trainer, Kurse, Babysitter
Angebote für Mitarbeiter Suchen Ingenieur, bieten Personal Trainer
Walldorf statt Washington, Schwäbisch Gmünd statt Shanghai: Gutes Personal zu finden und zu halten, kann ganz schön schwer sein ohne großen Firmennamen, Sitz in einer Metropole oder üppiges Budget. Unbekannte Unternehmen oder Arbeitgeber in der Provinz müssen kreativ sein, um Nachwuchskräfte zu locken. Zum Beispiel so:
Das Ingenieurbüro Arinko aus Stuttgart sucht Zeitarbeiter - kann aber nicht so hohe Gehälter zahlen wie etwa Daimler oder Bosch, die auch in der Region sitzen. Die Geschäftsführung hat deshalb jetzt für seine 40 Mitarbeiter einen Personal Trainer engagiert. Jeder Mitarbeiter kann bis zu zehn Stunden pro Jahr mit ihm vereinbaren und bekommt auf Wunsch einen Fitness-Plan. Trainingsmöglichkeiten bietet das firmeneigene Studio. "Das Abo für das Fitnessstudio hat man sich so schon einmal gespart", sagt Geschäftsführerin Susanne Seibold.
Bei Zausinger in München suchen sie dringend nach guten Elektronikern. Die 170 Angestellten kümmern sich zum Beispiel um Brandmeldetechnik und Stromleitungen bei Bauprojekten - und bekommen von ihrer Firma unter anderem Hypnosekurse spendiert, um sich das Rauchen abzugewöhnen oder Gewicht abzunehmen. "Jeder Mitarbeiter bekommt pro Jahr die Teilnahme an zehn Stunden in freien Kursen zur Persönlichkeitsentwicklung gesponsert", sagt Sabine Hempel, Leiterin der Personalentwicklung bei Zausinger.
Spektakuläre Büros: Arbeitest du noch oder wohnst du hier schon?
Das Berliner Start-up Ally beschäftigt 40 Mitarbeiter - die 15 Prozent der Firmenanteile halten. Wer sechs Monate bei dem App-Entwickler arbeitet, erwirbt seine erste Belegschaftsaktie. Die Idee dahinter: Die Beschäftigten sollen unternehmerisch denken. Und falls die Firma aufgekauft wird oder an die Börse geht, sind sie am Profit beteiligt.
Ein etwas anderes Konzept hat der Bauunternehmer Krieger und Schramm aus Dingelstädt bei Erfurt: Die Firma setzt auf eine Gewinnbeteiligung der Mitarbeiter. Das Unternehmen schüttet seit 2011 zehn Prozent des Jahresgewinns an sie aus. Das Weihnachtsgeld wurde im Gegenzug gestrichen - für die Mitarbeiter bislang aber kein schlechter Deal. Im vergangenen Jahr hatte dadurch jeder am Jahresende rund 1700 Euro brutto mehr in der Tasche.
Die Mitarbeiter des Software-Unternehmens Wooga kommen aus 42 Ländern. Altersdurchschnitt: 30 Jahre. Um sie zu halten, bietet das Start-up einen Notfall-Babysitter-Dienst an sowie eine Kooperation mit einem Kindergarten. Ausländische Mitarbeiter können kostenlose Deutschkurse nutzen. Hinzu kommen regelmäßige Partys. Und im Büro steht eine riesige, offene Küche, in der die Mitarbeiter gemeinsam kochen können.
"Doch vor allem bieten wir an, eigenverantwortlich zu arbeiten", sagt Wooga-Pressesprecherin Marie-Blanche Stössinger. Gearbeitet wird in sogenannten Studios - das sind hierarchielose Teams. Sie arbeiten weitestgehend selbstständig. Glaubt der Leiter des Studios an die Entwicklung eines Spiels, kann er bei guten Argumenten sogar den Gründer überstimmen.