Fachkräftemangel SAP-Finanzchef sucht IT-Talente häufig im Ausland
Luka Mucic, Finanzvorstand des Softwarekonzerns SAP
Foto: DPA/Uwe AnspachDer Finanzvorstand des Softwarekonzerns SAP, Luka Mucic, beklagt einen Mangel an talentierten IT-Nachwuchskräften in Deutschland. "Wenn wir nur in Deutschland rekrutieren würden, würden wir nicht die Kompetenzen bekommen in der Quantität, aber teilweise auch Qualität für manche Themen", sagte Mucic am Donnerstagabend im Stuttgarter Wirtschaftspresseclub. "Deswegen stellen wir natürlich global ein."
Knapp jedes zehnte Stellenangebot in Deutschland richtet sich an IT-Fachkräfte. Besonders Elektroniker, Elektriker und Elektroinstallateure haben derzeit gute Berufsaussichten: 3,7 Prozent von knapp 14.000 ausgewerteten Stellenanzeigen richteten sich an diese Berufsgruppe, zeigte kürzlich ein Arbeitsmarktreport der Prüfgesellschaft Dekra.
SAP hat rund 100.000 Mitarbeiter, davon etwa 21.000 in Deutschland, und ist in Bezug auf die Marktkapitalisierung eines der wertvollsten deutschen Unternehmen. Im internationalen Vergleich schafft es der Konzern aus Walldorf in Baden-Württemberg aber trotzdem nicht in die Top 40. Die Liste der wertvollsten Unternehmen nach Börsenwert wird angeführt von den US-Konzernen Apple, Microsoft, der Google-Mutter Alphabet, Amazon und Facebook.
"Der Zug ist abgefahren"
Mit Blick auf den Stand der Digitalisierung im Ländervergleich äußerte Mucic sich skeptisch. "Wir haben das Konsumenteninternet definitiv an die Amerikaner verloren und jetzt zunehmend auch an die Chinesen." Da sei "der Zug abgefahren". Wachstumschancen für europäische IT-Unternehmen bestünden aber noch im Feld industrieller Anwendungen.