Wer schreibt, bleibt: So verschönern US-Finanzminister ihre Unterschriften
Künftiger US-Finanzminister Steven Mnuchin pimpt seine Unterschrift
Steven Mnuchin, der Mann, den Donald Trump in Kürze zum Finanzminister der Vereinigten Staaten machen will, bereitet sich offenbar bereits akribisch auf sein Amt vor. Wie jeder oberste Kassenwart der USA wird auch Mnuchin künftig das Privileg genießen, dass seine Unterschrift auf jeder neu gedruckten Dollarnote abgebildet sein wird. Vor dem Hintergrund ist bemerkenswert, was der US-Sender CNN nun entdeckt hat: Mnuchin hat seine Signatur jüngst, sagen wir, ein wenig optimiert.
Schon vor Wochen, als der frisch gewählte US-Präsident Trump Mnuchin gerade als seinen künftigen Finanzminister vorgestellt hatte, hatte CNN die Signatur des ehemaligen Goldman-Sachs-Managers und Hollywoodproduzenten unter die Lupe genommen. Eine Grafologin las aus dem Schriftzug seinerzeit Charakterzüge wie Beharrlichkeit bis hin zur Sturheit sowie ausgeprägte Erregbarkeit heraus.
Der Schreibende sei ein pragmatischer Denker, der aber gleichzeitig über eine emotionale Seite verfüge, so die Expertin. Und: "Die extreme Höhe des Strichs in Richtung Himmel verrät einen Schreiber, der glaubt, er habe immer recht."
Was aber an Mnuchins Unterschrift noch Ende November 2016 auch dem Laien sofort auffiel: Sie war schlichtweg unleserlich, wie auch diese Abbildung zeigt:
Ein nicht zu entzifferndes Gekrakel also, das, so schien es seinerzeit, künftig auf jede neue US-Banknote gedruckt werden würde. Die Frage, die CNN daher quasi stellvertretend für das gesamte amerikanische Volk in den Raum stellte, erscheint nur zu verständlich: "Wird Mnuchin seine Unterschrift verändern?"
Wer schreibt, bleibt: So verschönern US-Finanzminister ihre Unterschriften
Eine Antwort darauf gab es von Trumps Büro zunächst nicht. Inzwischen liegen jedoch Fakten auf dem Tisch, die für sich sprechen. Genauer gesagt: Es liegen Unterlagen auf dem Tisch, die Mnuchin am Mittwoch beim United States Office of Government Ethics, einer Behörde, die Interessenkonflikte in der US-Regierung unterbinden soll, eingereicht hat.
Mindestens eines der Papiere wurde eigenhändig von Mnuchin unterschrieben - und siehe da: Plötzlich verfügt der künftige US-Finanzminister über eine recht gut lesbare Version seiner Signatur, wie diese Abbildung zeigt:
Entdeckt in aktuellen Dokumenten: Die neue Unterschrift des künftigen US-Finanzministers Steven Mnuchin
Foto: https://extapps2.oge.gov/201/Presiden.nsf/PAS+Index/30AAAB9D74B0557B852580A5004FF9F9/$FILE/Mnuchin,%20Steven%20T.%20finalEA.pdf
Ist Mnuchin erst im Amt, so ist er indes keineswegs der einzige US-Finanzminister, der offenbar von Amtswegen an seiner Unterschrift feilen musste. Weithin beachtet wurde vor wenigen Jahren Mnuchins Vorgänger Jack Lew, der zunächst einen derart absonderlichen Kringelhaufen als Unterschrift präsentierte, dass sich sogar sein Chef zur Intervention veranlasst sah:
Absonderlicher Kringelhaufen: Die frühere Unterschrift von Jack Lew
Foto: AP/ The White House"Jack hat mir versichert, dass er daran arbeiten wird, zumindest einen leserlichen Buchstaben einzubauen", sagte Präsident Barack Obama 2013. Es gelte schließlich zu verhindern, dass der Dollar an den Finanzmärkten unter Druck gerate.
Gesagt, getan: Lew lieferte daraufhin einen durchaus ministrablen "Friedrich-Wilhelm" ab:
Seit 2013 auf jedem Dollarschein: Die neue Unterschrift von Jack Lew
Foto: imago/SKATAUnd auch Lews Vorgänger Timothy Geithner, den Obama 2009 ernannt hatte, hatte nicht von Beginn an eine druckreife Unterschrift zur Hand. Wie Geithner später einräumte, hatte auch er seine Signatur mit Blick auf die öffentliche Verwendung geändert. "Ich dachte, auf der Dollarnote sollte ich etwas schreiben, das die Leute auch lesen können ", so Geithners simple Erklärung.