MySpace-Gründer Tom Anderson "Arbeiten? Kann ich mir gar nicht mehr vorstellen"
MySpace-Gründer Tom Anderson auf Oahu
Foto: myspacetom
Tom Anderson, 46,(rechts) gründete 2003 zusammen mit Chris DeWolfe (links) im kalifornischen Santa Monica die Internet-Plattform MySpace - und verkaufte sie 24 Monate später für 580 Millionen Dollar an den Medienmogul Rupert Murdoch. MySpace hatte zeitweise mehr als 220 Millionen Nutzer, die per Voreinstellung alle mit Tom Anderson befreundet waren. Bis 2009 arbeitete er als Manager für die Firma, dann stieg er aus.
SPIEGEL ONLINE: Herr Anderson, Sie haben erreicht, was sich viele Menschen erträumen: für den Rest des Lebens ausgesorgt. Wie war es, mit 39 in Rente zu gehen?
Tom Anderson: In den ersten Monaten war das Runterschalten ein bisschen schwierig. Da war ich noch im Büro-Modus. Aber ich war schon immer sehr selbstbestimmt, ich habe sogar die Schule abgebrochen, um mein eigenes Ding zu machen. Deshalb habe ich relativ schnell andere kreative Beschäftigungen gefunden: Ich reise jetzt um die Welt und fotografiere.
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SPIEGEL ONLINE: Das würden wohl viele Menschen gern machen, wenn sie nicht mehr arbeiten müssten...
Anderson: Man würde denken, dass Freunde und Verwandte ganz scharf darauf sind, einen um die Welt zu begleiten: Aber ich musste feststellen, dass sich nur wenige Menschen tatsächlich für so einen Lebensstil entscheiden, wenn sie die Wahl haben. Man muss sich von so vielen Routinen verabschieden - und manchmal sogar zeitweise vom Internet. Das kann ganz schön hart sein.
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SPIEGEL ONLINE: Das meinen Sie jetzt hoffentlich ironisch.
Anderson: Ich will damit sagen: Um die Welt reisen zu können, ist großartig - wenn man die richtige Einstellung hat. Es ist nicht so einfach, wie es aussieht. Aber ich genieße es. Arbeiten zu gehen, kann ich mir gar nicht mehr vorstellen.
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SPIEGEL ONLINE: Auf Instagram verlosen Sie jetzt Reisen nach Hawaii. Warum?
Anderson: Das war ein erster Versuch, die Reichweite meines Accounts auszubauen. Ich will jetzt häufiger Fotos teilen und auch bloggen. Bisher habe ich mich damit meist sehr zurückgehalten, lediglich 2011 hatte ich mal eine Phase, in der ich mehr von mir selbst preisgegeben habe. Darüber bin ich auch damals zum Fotografieren gekommen. Jetzt habe ich Lust, da wieder anzuknüpfen. Sich online mit anderen auszutauschen, bereichert einfach das Leben.
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