Minus 14 Prozent Zahl der Existenzgründer fällt unerwartet stark
Im vergangenen Jahr äußerte die KfW-Bank noch die Hoffnung, dass es aufwärts geht mit den Existenzgründern. Im Ausblick des jährlichen Gründungsmonitors hieß es: "Die Talfahrt scheint zu enden."
Doch zu früh gefreut: Die Zahl der Gründer ist im vergangenen Jahr unerwartet stark zurückgegangen. Insgesamt gab es rund 115.000 Gründer weniger als 2016, wie die staatliche Bank nun mitteilt. Das sei ein Minus um insgesamt 14 Prozent.
So machten sich 2017 nur 323.000 Menschen im Nebenerwerb selbstständig, ein Rückgang um 24 Prozent. Die Zahl der Vollerwerbsgründer ging um sechs Prozent auf 234.000 Menschen zurück.
Grund sei die "Sogwirkung des sehr guten Arbeitsmarkts", wie die KfW-Bank mitteilt. Sprich: Wenn es gute Arbeit im Angestelltenverhältnis gibt, gründen weniger Menschen ein eigenes Unternehmen.
"Die sehr gute Konjunktur lud eigentlich zum Gründen ein", erklärte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. "Stattdessen ist insbesondere die Gründungstätigkeit im Nebenerwerb weiter stark eingebrochen." Eine abhängige Beschäftigung auch für den Hinzuverdienst zu finden, sei derzeit so einfach wie nie.
Die Zahlen stammen aus einer Vorabauswertung des KfW Gründungsmonitors, einer jährlichen Befragung zum Gründergeschehen in Deutschland. Der vollständige Bericht wird am 29. Mai in Frankfurt am Main vorgestellt.