FILM Aber langsam
Nachhilfestunden (Frankreich, Farbe). Ca c'est Paris. Die großen Boulevards im Frühling. Die Quais an der Seine. Bois-de-Boulogne. Der Pulsschlag der Metropole. Und die Liebe.
Der Primaner Olivier (Rennud Verley) liebt Frédérique (Nathalie Delon), obwohl er doch eigentlich Schularbeiten machen müßte. Aber Frédérique ist so süß. Die Place Vendôme ist schön, Frédériques Appartement auch. Und ihr fester Freund, der Rennfahrer Fontana (Robert Hossein), rast gerade auf der Piste von Indianapolis und vernachlässigt die Geliebte. Also: L"amour avec Olivier. Aber langsam! Langsam! Doch dann, zu Ostern, nach dem Wedeln in den Alpes Maritimes: Ah! So schön kann das Leben sein.
Und so traurig. Regisseur Michel Boisrond hat das alles gezeigt, ausgiebig, farbig und so bedachtsam, als drehe er in Zeitlupe. Romantisch und richtig nett ist die Jugend, die er porträtiert. Heil ist seine Welt, schnittig sind die Autos und all die anderen Accessoires, die das 20. Jahrhundert zum besten aller möglichen Jahrhunderte machen. Und wenn der liebesmüde Rennfahrer sagt: »Ich bin vierzig und will meine Ruhe«, dann klingt das wie ein Witz, über den man richtig lachen kann.
Eine gründlichere Bestandsaufnahme von Trivialitäten hat es im Kino seit langem nicht gegeben.