Affären - DER SPIEGEL
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Affären

• aus DER SPIEGEL 48/1972
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Mehr Aufsehen mit Affären als mit Ausstellungen macht seit geraumer Zeit der Hamburger Kunstverein. Der vor noch nicht einem Jahr mit Enthusiasmus eingekaufte Direktor Manfred de la Motte, ein renommierter Kunst-Manager, war den Hanseaten schon im September nicht mehr gut genug. Der Vereinsvorstand entließ ihn, ohne Begründung, zum Jahresende und geriet dabei selber ins Schlingern -- fünf von neun Vorstehern traten seither zurück. Der Rest-Vorstand hat nun de la Motte ersucht, seine Geschäfte sogar schon zum 15. November einem flugs ernannten »kommissarischen Direktor« Hans Gerd Tuchel zu überlassen. Als der Vorgänger am Mittwoch noch nicht »Schlüssel und Geschäfte übergeben« hatte (Tuchel), legte der Kommissar ("So nicht mit mir!") selbst Hand an und räumte die private Habe des geschaßten Kollegen vor die Tür. Einen Photographen, der ihn über den »wild verstreut auf dem Boden herumliegenden« Büchern wie Papieren ablichtete, sperrte er kurzerhand ein, rief die Polizei und ließ den -- so der Photograph -- »offenbar als peinlich empfundenen« Film von einem Hauptwachtmeister beschlagnahmen. Tuchel: »Das war notwendig.« Denn »verlogen und hinterhältig« habe de la Motte die »schriftlich angeordnete Übergabe hin-- auszuschieben« versucht. Die Eile ist motiviert: Am 27. November müssen die Mitglieder einen neuen Vorstand küren, und bei entsprechendem Wahlausgang wäre auch de Ia Motte zur Fortsetzung seiner Arbeit »natürlich bereit«.

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